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Wohnmobil-Reisen in Europa - Tipps für Einsteiger

Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Stellplatz und Campingplatz?

Darf man in Europa mit dem Wohnmobil frei stehen?

Und wie finde ich überhaupt die coolsten Übernachtungsplätze?

In diesem Artikel findet Ihr die wichtigsten Infos für Euren ersten Wohnmobil-Trip durch Europa, ob mit Kindern oder ohne.

Wir haben an dieser Art des Reisens so richtig einen Narren gefressen. Wir lieben es, viel zu entdecken und „on the road“ zu sein. Alle Jahre wieder, zumindest in den letzten Jahren, steigen wir im Sommer ins Wohnmobil und machen mehrere Wochen Roadtrip durch Europa, erst mit 2 Kindern, mittlerweile mit 4 Kindern. Warum wir das Reisen im Wohnmobil gerade mit Kindern und gerade als Großfamilie so lieben, könnt Ihr HIER lesen.

Rosarotes Vanlife…? Nicht immer die Realität

Urlaub mit dem Wohnmobil ist gerade total im Trend, die Wachstumsraten sind seit Jahren enorm und auf Social Media, in Magazinen und Blogs findet man romantische Vanlife-Fotos und Berichte von glücklichen Wohnmobil-Familien. Aber man sollte doch so ehrlich sein, dass Wohnmobil-Reisen nicht unbedingt für jeden das Richtige ist. Auch wenn wir tatsächlich zu den „glücklichen Wohnmobil-Familien“ gehören und seit Jahren regelmäßig mit dem Wohnmobil reisen, ist diese Art des Reisens zwar großartig, aber auch manchmal anstrengend. Man muss oft Einkaufen (unendlich viel Platz ist im Kühlschrank dann auch nicht), man muss viel aufräumen und Ordnung halten, damit alles seinen Platz findet, es ist nicht sehr luxuriös, es ist eng und man geht sich auch mal gehörig auf den Keks. Und ja, man geht auf’s Chemie Klo (das dann auch noch sauber gemacht werden muss…) und je nachdem, wie man reist, gibt es auch nicht unbedingt jeden Tag eine heiße Dusche. Ganz klar: Wer Luxus braucht und im Urlaub nur die Füße hoch legen will, für den ist Wohnmobil-Urlaub vielleicht nix.

Auch wir machen viele andere Reisen, vor allem in Ferienwohnungen und –häusern, und in den letzten beiden Jahren sogar auch zweimal im All-Inklusive Hotel. Mit allem Pipapo, Füße hoch und bedienen lassen. Auch herrlich. Und trotzdem mieten wir uns jedes Jahr wieder ein Wohnmobil und touren mehrere Wochen durch Europa. Und es ist immer das Highlight des Jahres. Für uns gibt es einfach keine genialere Art, Europa zu entdecken und nicht nur wir, sondern vor allem auch die Kids lieben es, mit diesem „rollenden Häuschen“ ein bisschen Freiheit und Abenteuer zu erleben. 

Falls Ihr also auch Lust habt, das Abenteuer Wohnmobil mit Euren Kindern auszuprobieren, findet Ihr hier nun die wichtigsten Infos & Erklärungen zum Einstieg in das Thema:

Wohnmobil vs. Wohnwagen

Oft werden in Diskussionen, Foren oder Facebook-Gruppen die Begriffe Wohnmobil und Wohnwagen „im Eifer des Gefechts“ aus Versehen oder auch aus Unwissenheit durcheinander geschmissen oder sogar synonym verwendet. Das ist verwirrend, vor allem, wenn man sich selbst mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt hat und das erste Mal so eine Art Urlaub plant. Denn tatsächlich sind nicht nur Wohnwagen und Wohnmobil ganz unterschiedliche Fahrzeuge, sondern auch die Art des Urlaubs / des Reisens, für die sie sich eignen, sind anders. Daher ist es wichtig, sich im Vorwege die Vor- und Nachteile klar zu machen, um herauszufinden, welche Reiseart besser zu einem passt:

Wohnwagen:

Vorteile:

Ein Wohnwagen ist genau das Richtige, wenn Ihr länger an einem Platz / Ort stehen möchtet oder nur wenige Orte in längeren Aufenthalten kombiniert. Großer Vorteil des Wohnwagens ist, dass man vor Ort dann ein separates Auto hat, um vom Campingplatz aus Ausflüge und Tagestouren zu machen. Ein Wohnwagen ist sowohl in der Anschaffung / Kauf als auch bei einer Miete deutlich günstiger als ein Wohnmobil (sofern man ein passendes Zugfahrzeug besitzt).

Nachteile:

Mit dem Wohnwagen ist man auf (teurere) Campingplätze angewiesen, was auch die günstigere Miete oder den günstigeren Kaufpreise evtl. wieder zunichtemachen kann. Dies also abwägen! Stellplätze und freies Stehen sind in der Regel nicht möglich. (siehe unten)

Für häufige Ortswechsel und spontane Roadtrips mit vielen verschiedenen Stationen ist ein Wohnwagen eher nicht geeignet. Und während ein Wohnmobil schon groß ist und nicht so einfach zu rangieren, ist das Fahren mit so einem langen Wohnwagen-Gespann noch mal anspruchsvoller. 

Wohnmobil:

Vorteile:

Ein Wohnmobil eignet sich sehr gut zum Rumreisen und für Roadtrips. Ihr seid flexibel und kann spontan reisen. Die Nutzung von günstigen Stellplätzen ist möglich und auch freies Stehen ist in vielen Ländern Europas gut machbar (siehe unten). Dies ist nicht auf Reisen nicht nur kostengünstiger, sondern hat auch eher das gewisse „Abenteuer-Roadtrip-Flair“ als ein Wohnwagen auf dem Campingplatz.

Nachteile:

Was die Vorteile des Wohnwagens sind, sind dann auch die Nachteile des Wohnmobils. Falls man länger an einem Stellplatz / Campingplatz bleibt, muss man für weiter entfernte Einkäufe oder Ausflüge immer das Womo bewegen. Das ist unpraktisch und aufwendig, da alles verstaut werden muss, bevor mal los kann. Toll ist es, wenn man zumindest Fahrräder dabei hat und diese nutzen kann, für Ausflüge, zum Einkaufen, um die Umgebung zu entdecken. Oder sogar ein Mofa (aber das reicht eher nicht für die ganze Familie…).

Die Kosten eines Wohnmobils sind deutlich höher, sowohl bei der Miete als auch beim Kauf.


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Unterschied Stellplatz / Campingplatz / Freistehen

Auch wenn man mit dem Wohnmobil seine rollende Unterkunft natürlich dabei hat, gibt es auch beim Wohnmobil ganz unterschiedliche Arten, Urlaub zu machen:

Vom "Pauschal-Club-Urlaub" bis zum Abenteuer-Trip ist mit dem Wohnmobil alles möglich, je nachdem, wie man reist. Das ist vielen, die noch nie mit dem Womo unterwegs waren, nicht so klar.

Was ist denn genau der Unterschied zwischen Stellplatz und Campingplatz? Und wie unterscheiden sich dort die Preise? Und was ist mit Freistehen, wie und wo geht das?

Campingplätze

Viele, die das erste Mal einen Wohnmobilurlaub planen, denken automatisch an Campingplätze. Ein Campingplatz bietet Plätze nicht nur für Wohnmobile, sondern auch für Wohnwagen oder Zelte. Sehr viele größere Campingplätze bieten auch noch die Möglichkeit, kleine Mobilheime auf dem Campingplatz zu mieten. [Was das dann noch mit Camping zu tun hat, sei mal dahingestellt. Diese Mobilheime können durchaus teurer sein, als eine geräumigere Ferienwohnung ohne „Campingplatzcharme“, vergleichen lohnt sich also.]  

Ausstattung:

Ein Campingplatz hat in jedem Falle eine gewisse Infrastruktur, dazu gehören immer sanitäre Anlagen (Duschen / WCs), Abwaschmöglichkeiten, Müll- und Abwasserentsorgung, oft auch Kochgelegenheiten und Picknicktische. Und das lässt sich natürlich noch beliebig weiter steigern, von relativen Standards wie Waschmaschinen und Spielplätzen über Restaurants, Brötchenservice, Sportplätze, Privatbadezimmer, Pool oder ganze Poollandschaften bis hin zur Kinderbetreuung, Spa Bereich und Club-Animation. Da ist wirklich für jeden Geschmack was dabei (und entsprechend auch für jeden Geldbeutel).

Preise:

ca. 30 – 70 EUR pro Nacht. Dies ist nur ein sehr ungefährer Wert in der Hochsaison. Darunter kann man mit Glück auch was finden, darüber allerdings problemlos auch. Preise von Campingplätzen variieren natürlich sehr von Land zu Land, in Europa sind die Campingplätze in Italien und Kroatien am teuersten, wobei auch die Schweiz oder Österreich echt preisintensiv sind. Generell ist Urlaub auf dem Campingplatz nicht günstig und vor allem in der Hochsaison geradezu teuer.

Für Familien wichtig und ein möglicher Preistreiber: Auf Campingplätzen wird nicht nur pro Platz bezahlt, sondern in der Regel auch noch pro Person. Meist sind in der Platzmiete 2 Personen inkludiert, weitere Personen kosten extra. Oft sind Kinder günstiger und bis zu einem gewissen Alter auch kostenlos (z.B. bis 5 Jahre), aber leider nicht immer (Italien z.B. haben wir nicht als besonders kinderfreundlich erlebt, weder preislich noch sonst). L

Auch ein Grund, weshalb wir Campingplätze in der Regel als Großfamilie und gerade in den Sommerferien meiden wie der Teufel das Weihwasser... 

Stellplätze

Der Ausdruck Stellplatz wird oft mit Campingplatz in einen Topf geworfen, ist aber doch etwas ganz anderes. Stellplätze sind „Wohnmobil-Stellplätze“, hier kann man mit Wohnmobil, Van, ausgebautem Bus, … übernachten. In der Regel jedoch nicht mit dem Wohnwagen oder gar mit dem Zelt. Stellplätze können in der Regel nicht reserviert werden (auch wenn es mittlerweile auch Stellplätze gibt, die per App reservierbar sind, aber auch i.d.R. nur kurzfristig am Vortag!) und meist ist die Aufenthaltsdauer begrenzt. Teils eine Nacht, meistens 2 – 3 Nächte, es können aber auch 5 oder sogar 7 Nächte sein. Aber für einen Langzeiturlaub sind Stellplätze eigentlich nicht gedacht und erlaubt. Wenn es denn kontrolliert wird… In der Hochsaison wird es das jedoch meist. Die Kontrolle erfolgt teils durch Schranken und / oder Parkscheine oder durch Gemeindevertreter / Parkplatzwächter, die regelmäßig auf den Plätzen unterwegs sind, kassieren und auch die Aufenthaltsdauer der einzelnen Fahrzeuge überprüfen.

Ausstattung:

Im Gegensatz zu Campingplätzen, die immer sanitäre Einrichtungen haben, haben Stellplätze dies oft nicht. Zum Teil sind dann (sinnvollerweise) auch nur „self-contained“ Fahrzeuge erlaubt, also die, die ein eigenes WC haben.

Viele Stellplätze sind sehr einfach, also z.B. nur eine Art Parkplatz, Schotterplatz oder Wiese, auf der man stehen und übernachten darf. Normalerweise ist es dabei erlaubt, Markise, Tische und Stühle rauszustellen, zu Grillen etc. Normalerweise, da gibt es aber auch Ausnahmen. Italien war dabei z.B. deutlich strikter. Auch bei Stellplätzen in Städten ist „Camping-Equipment“ eher nicht erlaubt, dort steht man in der Regel auch sehr eng.

Es gibt Stellplätze mit Stromanschluss, oft muss dieser extra bezahlt werden (z.B. durch Münzeinwurf). Auch gibt es durchaus Stellplätze mit WC, auch mit Duschen (kalt oder warm)  und sogar mit Waschmaschinen. Wir suchen uns das dann entsprechend in der App (siehe unten) raus, wenn wir Wäsche waschen wollen oder eine heiße Dusche brauchen. ;)

Besondere Stellplätze:

Stellplätze auf Bauernhöfen, Weingütern etc. Tolle Lagen, z.T. auch besondere Ausstattungen. In Italien oft Agrocamping genannt, gleichen die Stellplätze eher kleinen Campingplätzen, sowohl in der Ausstattung als auch in den Preisen. Auch in Deutschland und Frankreich gibt es tolle Stellplatzmöglichkeiten auf Weingütern oder Bauernhöfen. Siehe unten bei den Tipps!

Und unseren Lieblingsstellplatz auf einem Weingut zwischen Bordeaux und St.Emilion verrate ich Euch auf Anfrage (und wenn Ihr eine Flasche Rosé mitbringt… ;) )

Preise:

je nach Lage ca. 10 – 20 EUR, in Städten auch mal teurer. Auf Stellplätzen wird pro Fahrzeug bezahlt, was wir als Großfamilie besonders zu schätzen wissen. Keine Aufschläge pro Person und für jedes Kind. Ein Fahrzeug, ein Stellplatz, ein Preis.

Freistehen

Freies Stehen bedeutet, dass man abseits von offiziellen Stellplätzen oder Campingplätzen im Wohnmobil übernachtet.  

Für viele sind Bilder von Wohnmobilen, die an den schönsten Küsten und in den tollsten Landschaften einsam stehen, der Inbegriff und das Traumbild vom Reisen mit dem Wohnmobil. Und, apropos Traumbild: Wenn man sich über die Möglichkeiten zum Freistehen informieren möchte, landet man tatsächlich schnell im Land der Mythen. Hier tummeln sich Gerüchte, Halbwahrheiten und Hörensagen. Und Zitate (vermeintlich) offizieller Regelungen. Das alles gerne von Leuten, die selbst noch nicht mit dem Wohnmobil vor Ort waren. Aber auch viele hilfreiche Berichte von Campern, die fundierte Erfahrungen mit dem Freistehen in allen möglichen Ländern gemacht haben. Nun gilt es nur noch, das eine von dem anderen zu unterscheiden… ;) 

Die offizielle Lage:

Nur in wenigen Ländern ist „richtiges“ Freistehen offiziell erlaubt, dazu gehört das sogenannte „Jedermannsrecht“ in Schweden und Norwegen. In Deutschland ist es z.B. erlaubt, eine Nacht auf Parkplätzen mit dem Wohnmobil zu übernachten. Dies soll der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dienen und ist problemlos möglich, soweit es kein ausdrückliches Verbot an diesem Parkplatz gibt. Ihr könnt Euch also problemlos einen schön gelegenen Parkplatz suchen und dort Abend und Nacht verbringen. Mehrere Tage lang ist dies nicht erlaubt (wird aber durchaus auch an vielen Orten toleriert), auch ist „Camping-Verhalten“ nicht gestattet: Also keine Markise, Tisch oder Stühle raus oder gar den Grill anwerfen. So zumindest die formelle Maßgabe, in der Praxis wird dennoch vieles toleriert, auch längere Aufenthalte. Ähnliche Regelungen gibt es in anderen europäischen Ländern wie Belgien, Italien oder Dänemark.

De facto ist Freistehen aber in vielen anderen Ländern in Europa gut möglich und in einem gewissen Rahmen geduldet. Wir haben sowohl in Deutschland, Frankreich, Nordspanien und in Portugal sehr gute Erfahrungen mit dem Freistehen gemacht, eingeschränkt auch in Italien, trotz Hochsaison / Sommerferien. Oft für eine Nacht, aber auch mal länger. Auch z.B. in Griechenland und anderen Ländern soll freies Stehen relativ gut gehen. Man muss sich halt an gewissen Regeln halten: schauen, wo man gut stehen kann, sich nicht zu dreist mitten im Geschehen platzieren oder sich aufführen wie auf dem Campingplatz. Parkplätze an oder in Wäldern oder Seen, die nur tagsüber von Spaziergängern frequentiert werden, sind z.B. oft eine gute Wahl.

Bitte achtet darauf, dass es an einigen Orten explizit verboten ist, dort zu übernachten. Dies gilt z.B. oft (leider, aber verständlich) für Parkplätze in Städten oder auch an Stränden. Dort wird es dann in der Hochsaison auch nicht einfach geduldet. Aber nach einem Strandtag ein paar Minuten ins Inland zu fahren oder einen Platz in der Nähe einer Bus- oder Bahnstation mit Stadtanbindung zu finden, geht eigentlich immer, falls man nicht auf einen offiziellen Camping- oder Stellplatz gehen will oder kann.

Gleichzeitig gibt es aber auch Länder, die die Verbote recht rigoros handhaben, stark kontrollieren und Strafen verhängen, wie z.B. Kroatien.

 

Wo Ihr coole Stellplätze zum Freistehen in Europa findet, welche nicht so toll sind, wo kontrolliert wird und wo es total entspannt ist: Die passende App empfehle ich Euch unten!

 

Ansonsten gibt es z.B. hier Informationen zu den Regelungen in einzelnen Ländern (ohne Gewähr!):

https://www.caravanya.com/de/wildcampen-in-europa/

https://www.bergfreunde.de/basislager/wohnmobil-camper-wildcampen/

Vorbuchen - ja oder nein?

Ob Vorbuchen oder nicht liegt daran, wie man reisen möchte und wohin. Und was für ein Reisetyp man ist.

Gerade Familien, die das erste Mal mit dem Wohnmobil reisen, gehen oft lieber auf Nummer sicher und buchen schon die komplette Reise und Campingplätze vor. Unserer Meinung nach machen gerade Spontanität und ein bisschen Abenteuer den Charme des Womo-Reisens aus. Sich treiben lassen, flexibel die Route ändern, dort bleiben, wo es einem gerade gefällt. Mit fest vorgebuchten Campingplätzen kann man fast eher einen Roadtrip mit (komfortableren) Ferienwohnungen buchen. Finden wir, aber das ist sehr typbedingt. Ihr müsst einfach ausprobieren, was zu Euch passt.

 

Wenn Ihr in den Sommerferien fahrt, sind die Campingplätze in vielen Regionen Europas knüppelvoll und in beliebten Lagen evtl. komplett ausgebucht. Die besonderen Herausforderungen im Corona-Jahr 2020 mal außen vor, schon in normalen Jahren kann es in vielen beliebten Urlaubsgegenden oder in Städten schwierig werden, einen freien Campingplatz zu finden.

 

Wenn Ihr voraus planen wollt: Bedenkt bei der Routenplanung, dass es auf einigen Campingplätzen in der Hochsaison durchaus Mindestaufenthalte geben kann von 3 Nächten bis zu einer Woche, ähnlich wie in Ferienwohnungen. Wenn es also unbedingt bestimmte Campingplätze sein sollen, checkt frühzeitig, ob eventuelle Mindestübernachtungsdauern vorliegen und plant die Route entsprechend „drum herum“.

 

Wenn es in beliebte Urlaubsgegenden gehen soll und Ihr Euch als „Erstlinge“ nicht so ganz traut, ohne Reservierung zu reisen, dann versucht doch mal eine Mischung. Vielleicht bucht Ihr nur einen Campingplatz an dem Ziel, an dem Euer Roadtrip „enden“ soll, bevor es wieder zurückgeht. Oder den Campingplatz, zum dem Ihr unbedingt auf jeden Fall möchtet. Oder für die ersten paar Nächte. Und kombiniert dann mit Stellplätzen und spontanen Campingplätzen (oder steht auch mal frei), einfach um rauszufinden, wie Euch diese Art von Reisen gefällt.

 

Wohnmobilreisen kann so viel mehr sein, als das Wohnmobil bis zu einem Campingplatz zu fahren und dort für die Dauer des Urlaubs abzustellen. Wohnmobil-Roadtrips heißen auch mal, sich beim Frühstück erst die Route für den Tag zu überlegen. Mittags noch nicht zu wissen, wo man abends schläft. Und unvermittelt irgendwo den schönsten Platz der Welt zu finden. Let the adventure begin! J

Unsere Tipps für Apps und Stellplatzführer

Apps:

Unsere unbedingte Empfehlung ist Park4Night, hier findet sich von Campingplätzen, Stellplätzen, Rastplätzen, Plätzen zum Freistehen, Werkstätten und Versorgungsstationen alles, was das Wohnmobilistenherz begehrt. Das meiste davon mit hilfreichen Infos und Bewertungen von Nutzern, z.T. auch Fotos, Tipps, ob man dort unbehelligt freistehen kann, welches die nächste Buslinie in die Stadt ist uvm. Diese App ist unglaublich wertvoll und hat uns schon eine Menge Euros gespart. Gleichzeitig ist sie in der guten Basic Variante sogar kostenlos, aber es bietet sich an, für die Zeit der Reise die kostenpflichtige Variante zu nehmen, denn hier habt Ihr auch offline Zugriff und könnt Eure Favoriten besser speichern. Und auch die Pro Version ist für das Gebotene sensationell günstig: 1,99 pro Monat (oder 9,99 pro Jahr). Ein Muss in Europa!

 

Weitere App: Stayfree (wird demnächst selbst getestet)

 

Campingführer:

Stellplatzführer oder Campingplatzführer (wie z.B. ADAC) nutzen wir nicht. Die „klassischen“ Führer finden wir persönlich unübersichtlich. Vor allem gibt es keine Nutzerbewertungen und es ist nicht ansatzweise so aktuell wie Park4Night. Die Community von Park4Night ist sehr groß und auch sehr aktiv mit der Eingabe und Bewertung von Plätzen. Solche persönliche Erfahrungsberichte fehlen bei den Stellplatzführern in Buchform, oft auch in deren Online Version, daher keine Empfehlung von uns.

 

Stellplatz-Netzwerke:

Grundgedanke dieser Netzwerke ist es meist, Stellplätze in ländlichen Regionen zur Verfügung zu stellen, oft bei Landwirten oder auf Weingütern. Es wird in der Regel eine Jahresgebühr fällig, die Übernachtungen sind dann kostenlos. Gleichzeitig bieten diese Netzwerke den Stellplatz-Anbietern die Möglichkeit, Ihre landwirtschaftlichen Produkte zu verkaufen. Auch wenn es keine Verpflichtung gibt, etwas vor Ort zu kaufen, wird dies natürlich sehr gerne gesehen, wenn es einen Hofladen oder Weinverkauf gibt. Und ist in den meisten Fällen sicher auch sehr lohnenswert und eine tolle Möglichkeit, regional einzukaufen.

 

Frankreich: francepassion.fr - Ein sehr großes Netzwerk von 2000 Gastgebern in ganz Frankreich. Die Übernachtungen sind kostenlos, Jahresmitgliedschaft 30 EUR. Die Bestellung des Jahresführers erfolgt auf der Website, die Vignette und der Führer werden per Post geschickt.

 

Italien: greenstop24.it - Greenstop24 bietet in Italien ca. 800 kostenlose Stellplätze. Zum Netzwerk gehören auch Stellplätze in Frankreich, die Jahresgebühr beträgt auch 30 EUR.

 

Deutschland: Landvergnügen - mehr als 650 kostenlose Stellplätze, der Führer mit Jahresvignette kostet 35 EUR.

 

Weitere vergleichbare (kleinere) Netzwerke:

Dänemark: Pintrip

Spanien: Espana Discovery

Schweiz: Swiss Terroir

Großbritannien: Brit Stops

 

Sonstiges: Stellplätze auf Privatgrundstücken wie bei Homecamper. Hier können Privatpersonen Flächen auf ihrem Grundstück für Camping vermieten, ob Parkplatz, Rasen, Wiese.... Z.T. können dann auch Sanitäranlagen, Küche etc. im Haus mit genutzt werden. Online können die Plätze reserviert und auch bezahlt werden. Vom Prinzip vergleichbar mit AirBnB, nur für Camping. Es gibt Stellplätze in vielen Ländern, Schwerpunkt aber aktuell (noch) Frankreich. Wir haben das noch nicht probiert, falls Ihr Erfahrung damit habt, sind wir gespannt!

Wohnmobil mieten oder kaufen?

Wohnmobil – Mieten oder Kaufen?

Gerade weil Wohnmobil-Reisen gerade so im Trend sind und man immer mehr darüber sieht und liest, verlockt es viele, über den Kauf eines Wohnmobils nachzudenken.

Wir haben uns als alte Womo-Fans natürlich auch schon die Frage gestellt, ob wir uns nicht ein Womo kaufen sollten. Schließlich mieten wir ja sehr regelmäßig.

Und ist ein eigenes Womo nicht verlockend? Immer gepackt für den spontanen Wochenendtrip? Und ist es nicht viel günstiger als mieten?

So cool sich ein eigenes Wohnmobil erstmal anhört, so genau sollte man sich aber überlegen, wie man reist / in Zukunft reisen will und sich das dann auch knallhart durchrechnen. Nicht für jeden macht es wirklich Sinn. Als Überblick und Entscheidungshilfe zum Thema „Mieten oder Kaufen?" hier die wichtigsten Pro‘s und Con‘s:

 

Eigenes Wohnmobil:

  • Hohe Anschaffungskosten, aber relativ hoher Wiederverkaufswert bei gepflegten Mobilen.
  • Niedrigerer Kaufpreis bei alten (oder sehr alten) Mobilen. Dann aber evtl. höherer Reparaturaufwand und geringer bis kein Wiederverkaufswert. Sowie Abstriche bei der Ausstattung. Alternative: Wohnwagen sind auch deutlich günstiger! (s.o.)
  • Laufende Kosten für Versicherung, Steuern, Reparaturen, Wartung
  • Evtl. Kosten für Jahres-Stellplatz? Gerade in städtischen Ballungsräumen ist das ein Kostenfaktor, wenn das Wohnmobil z.B. nicht auf dem eigenen Grundstück kostenlos stehen kann.
  • Für Zeiten, in denen man nicht selbst nutzt, ist auch Vermietung möglich (z.B. über Paulcamper, Share A Camper oder ebay Kleinanzeigen)
  • Spontane Reisen sind möglich, auch mal kurz über’s Wochenende, die Sachen sind immer gepackt (da gilt aber nur, wenn man nicht anderweitig vermietet)
  • Ausstattung nach Wunsch möglich

 

Miete

  • Mietkosten fallen an (gerade in den Ferienzeiten natürlich teurer)
  • Spontanes Mieten ist schwierig, vor allem in der Hochsaison und in Ferienzeiten
  • Für Kurztrips ist Mieten sehr aufwendig (da Übergabe etc immer etwas dauert) 
  • Keine „Kümmerkosten“, kein Ärger mit Reparaturen etc.
  • Bei gewerblichen Vermietern sind die Wohnmobile immer fast neu
  • Keine längerfristige Bindung an diese Reiseart (sondern man kann von Jahr zu Jahr, von Reise zu Reise neu entscheiden)

 

Warum haben wir uns für Miete entschieden?

Wir haben seit 2016 fast jeden Sommer Wohnmobile gemietet. Immer zwischen 3 und 6 Wochen in der Hochsaison. Hätte sich da nicht ein Kauf gelohnt?

Für uns nicht. Denn trotz Sommerferien haben wir immer sehr gute Mietkonditionen gehabt. (HIER findet Ihr meine besten Tipps für eine bezahlbare Miete in der Hochsaison). Und wir reisen halt wirklich nur einmal pro Jahr in den Sommerferien im Wohnmobil, da wir in den anderen Ferien gerne in den Süden fliegen (und auch mal mit dem Wohnmobil durch Südafrika touren) und Wochenendtrips gerne in unsere Ferienwohnung an der Ostsee machen. 

Da wir also nur einmal pro Jahr fahren, würden die laufenden Kosten für Versicherung, Reparaturen, Wartung, TÜV und gemietetem Parkplatz ( und dazu die Abschreibung / der Wertverlust die laufenden Kosten unsere jährliche Miete übersteigen. Gerade die Stellplatzmiete wäre ein deutlicher Kostenblock im Raum Hamburg, weil ein Wohnmobil nicht bei uns auf dem Grundstück stehen könnte.

Außerdem sind wir uns nicht sicher, ob wir in den kommenden Jahren weiterhin immer mit dem Wohnmobil unterwegs sein werden. Da wollen wir uns nicht festlegen, was in den nächsten Jahren ist, zumal wir auch eine Langzeitreise (ohne Wohnmobil) planen. Aber trotzdem fasziniert mich der Gedanke an ein eigenes Mobil und unterhalte mich immer sehr begeistert mit Familien darüber, die ein eigenes Womo haben. Aber für uns und unseren aktuellen Reisestil passt es zur Zeit nicht. Aber manchmal stellen wir uns vor, wie wir als lustige Rentner dann im eigenen Wohnmobil monatelang durch die Gegend touren, immer der Sonne hinterher. ;)

 

Wenn Ihr noch Einsteiger mit dem Wohnmobil seid und nicht gerade direkt eine Langzeitreise vorhabt, ist mieten in jedem Fall die perfekte Variante, um diese Art von Reisen auszuprobieren. 


Was sind Eure Fragen als Womo Einsteiger? Oder Eure Empfehlungen als erfahrene Wohnmobilisten? Ich freue mich auf Eure Tipps und Erfahrungsberichte! :)

Mehr zum Reisen mit dem Wohnmobil:

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Kommentare: 2
  • #1

    Jenny (Freitag, 12 Juni 2020 12:16)

    Das ist eine echt gute Übersicht für Einsteiger!

    Wir sind ja witzigerweise Experten im Campervan-Reisen in Neuseeland und Japan, aber in Europa waren wir noch nie im Camper unterwegs. Das liegt a) an den horrenden Kosten, die du schon erwähnt hast und b) am Unwillen des Mannes, mit so einem Gefährt über deutsche Autobahnen zu fahren. (Wobei wir generell keine große Lust auf deutsche Autobahnen haben...)
    Was kannst du denn dazu sagen, ist es sehr ätzend, zwischen den Lkw auf der rechten Spur dahinzubummeln? Und was ist mit den Gerüchten, dass man auf französischen Rastplätzen immer ausgeraubt wird? (Das hat mir schon Angst gemacht...)

    Liebe Grüße
    Jenny

  • #2

    Birgitta Kuhn (Sonntag, 14 Juni 2020 20:26)

    Park4night nutzen wir auch total gerne. Zum Beispiel letztes Jahr im Baltikum, aber auch in Deutschland. Wir haben uns für das Zwischending entschieden, einen Bulli. Im Alltag unser 2.Wagen. Wir sind seit 5 Jahren total zufrieden damit.