· 

Weltreise-Planung in der Corona-Krise

Das Corona Virus hat unseren Alltag im Griff. Reisepläne sind über den Haufen geworfen, Planungen aufgeschoben.

Aber was wird nun aus der Weltreise oder dem Sabbatical, von dem man so lange geträumt hat?

Jahrelang gespart, geplant und vorbereitet, nun sollte der große Traum bald wahr werden.... Bis Corona kam. 

Aber zeigt uns dieses Virus nicht auch, wie wichtig es ist, seine Träume jetzt zu verwirklichen und nicht in die ferne Zukunft zu verschieben?

Aber wie kann man in Zeiten von Corona überhaupt eine Weltreise planen?  (letzte Aktualisierung: 08.02.2021)


INHALT - Das erwartet Dich in diesem Artikel:

und vieles mehr....


Aber "darf" man denn jetzt überhaupt ans Reisen denken? Meine Meinung: Ja, unbedingt!

Beim Reisen geht es nicht um gesundheitliche Dramen, wirtschaftliche Existenzen, Leben und Tod. Sondern um Luxus. Ganz klar.

Aber bei Weltreisen und Langzeitreisen geht es auch um die ganz großen Lebensträume. Und große Träume zu träumen, ist in Pandemie-Zeiten nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert. Denn was gibt einem mehr Optimismus für die Zukunft, als seine Lebensträume zu verwirklichen?

Sicher ist: Aktuell ist nicht die Zeit für ganz große Weltreisen. Der Flugverkehr (besonders die Fernstrecken) ist immer noch extrem heruntergefahren, die Grenzen fast weltweit zu. Die Medien berichteten im Frühjahr 2020 von (teils dramatischen) Rückholaktionen von Reisenden aus aller Welt. Überall zerplatzten die Träume von Weltreisenden, die festsaßen, ihre Reisen abbrechen mussten oder aktuell gar nicht erst antreten können oder wollen (hier berichten Weltreisefamilien im Interview). 

Und die Corona Krise hat auch den Alltag weiter fest im Griff. Zwischen Homeschooling, Homeoffice und Home-Kindergarten, gepaart mit gesundheitlichen und / oder finanziellen Sorgen sind für viele Familien große Reisepläne in den vergangenen Monaten erstmal in den Hintergrund gerückt. Und während sich die Lage im Sommer 2020 zumindest in Europa zu entspannen schien, ist die Lage jetzt im Winter gerade in Europa wieder sehr kritisch und auch weltweit stehen die Zeichen nicht wirklich auf Entspannung.

Aber je länger diese Situation dauert, desto mehr merken wir, bei uns und bei anderen, dass man wieder anfängt zu träumen und auch zu planen.

Am Anfang der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen haben sicher die meisten, die aktuell eine große Reise planen, erstmal abgewartet. Aber nun rückt der lange geplante Reisezeitpunkt immer näher.  Und die Pandemie ist immer noch da. Und jetzt?

 

Geplante Weltreisen oder Sabbaticals, längere Auszeiten vor der Einschulung, die lange Elternzeitreise – was wird jetzt damit?

Wann wird man denn wieder richtig reisen können?

Puh, da müsste man Wahrsager sein, so schnell, wie sich die Situation in den vergangenen 12 Monaten geändert hat.

Europa war zumindest im Sommer 2020 für innereuropäische Touristen wieder offen, jetzt im Winter sind die Grenzen zwar meist formal nicht geschlossen, aber durch Lockdowns und Beschränkungen sind in den meisten Ländern Reisen nicht oder nur sehr erschwert möglich.

Die aktuellen Entwicklungen stimmten leider nicht so positiv für die nächsten Monate: trotz Lockdowns sinken die Zahlen in vielen Ländern nicht wie erhofft, die Impfung dauert, neue und ansteckendere Mutationen sind auf dem Vormarsch.... Ich befürchte, es ist nicht realistisch, vor April auf wesentliche Besserungen zu hoffen (und auch das nur in Europa). Auch weltweit sind nach wie vor die meisten Grenzen zu, auch wenn es dort immer Möglichkeiten gibt. Für alle, die im ersten Quartal 2021 auf ganz große Reise gehen wollen, drücke ich ganz, ganz fest die Daumen. Es gibt auch aktuell einige richtig tolle (Fern-)Reiseziele, aber freies und unbeschwertes Reisen von Land zu Land ist jetzt (und wohl auch noch in den kommenden Monaten...) relativ schwierig bis ausgeschlossen.

 

Und wie geht es weiter in 2021? Es wabern Gerüchte durch Blogs, Facebook Gruppen und die Medien. Es gibt einzelne Aussagen, es gibt 1001 Meinungen. Wo und wann werden Grenzen wieder geöffnet? Und unter welchen Voraussetzungen?

Möglicherweise werden Systeme dauerhaft unter dem Virus zusammenbrechen. Nicht nur Gesundheitssysteme, sondern auch Wirtschaftssysteme bzw. touristische Infrastrukturen. Dann wäre Reisen in diesen Ländern sicher für längere Zeit nicht so machbar wie zuvor. Wobei anders ja nicht unbedingt schlechter bedeuten muss. Langfristige Reiseplanungen sind zur Zeit kaum möglich. 

Gleichzeitig werden bei Reise-Portalen super Angebote für Fernreise-Flüge im Sommer 2021 beworben. Thailand, USA, Bali… Glauben die wirklich, dass man dann schon wieder dort hinreisen kann? Dazu dann noch die Frage, welche Airlines überhaupt die Krise überleben werden, wenn sich das Ganze noch eine Weile hinzieht. Zu gerne würde ich mich von dem Optimismus anstecken lassen. Ich schwanke beständig, was ich glauben soll und was ich glauben möchte.

Wahrscheinlich ist aber, dass eine Reisefreiheit, die ansatzweise so ist wie zuvor, dauern wird, bis ein relevanter Teil der Menschen geimpft ist (weltweit!). Aber auch die immer besser werdenden Schnelltests und besser verfügbare PCR Tests werden das Reisen in den kommenden Monaten weiter erleichtern. Auch wenn es dauern wird, bis flächendeckend geimpft ist, werden möglicherweise immer mehr Staaten Einreisen mit negativem Corona-Test erlauben, wie es ja in einigen schon möglich ist.

Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus aus dem Sommer 2020 scheinen aus Sicht der aktuellen heftigen zweiten Welle sogar zu optimistisch (Studie Juli 2020).
Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus aus dem Sommer 2020 scheinen aus Sicht der aktuellen heftigen zweiten Welle sogar zu optimistisch (Studie Juli 2020).

Das Licht am Ende des Tunnels: Die Corona-Impfung

Aber das Licht am Ende des Tunnels ist da, der lang ersehnte Corona-Impfstoff.

Aber: Leider wissen wir nicht, wie lange der Tunnel noch ist. Die Bundesregierung spricht von einem Impfangebot für alle bis zum Ende des Sommers. Wobei dieses Datum (Sommerende am 21.09.) sicher nicht nur zufällig fast genau mit der Bundestagswahl zusammenfällt. ;)

Ein "Impfangebot" ist aber noch keine Impfung. Sondern vielleicht nur die Erstimpfung und die zweite folgt dann ein paar Wochen später. Vielleicht auch nur der vereinbarte Termin für die ersten Impfung? Man wird es sehen. So sehr der versemmelte Impfstart auch frustriert, die geplanten Impfstoffmengen machen doch optimistisch, dass spätestens in Q3 aber auch wirklich jeder geimpft werden kann, der das möchte.

Und wie sieht es in anderen Ländern aus? Und was heißt das für's Reisen? Das ist nach wie vor noch unklar. In einigen Ländern wird die Impfung der Bevölkerung sicher schneller gehen als in Deutschland / der EU (z.B. Israel, Großbritannien und die USA sind sehr schnell unterwegs). Dort wird sich die Infektionslage dann entsprechend schneller entspannen. Und damit auch das Reisen einfacher machen.

Gleichzeitig hat ein großer Teil der Welt noch gar keinen (bzw. keinen nennenswerten) Zugang zu Impfstoff. Wenn im Laufe von 2021 die reichen Industrieländer ihre Bevölkerung immunisieren können, so wird doch Corona trotzdem in vielen Ländern weiter großes Problem sein. Ob nun große Teile Afrikas, Asiens, Lateinamerikas, in vielen Ländern ist nicht zu erwarten, dass in 2021 schon eine großflächige Immunisierung der eigenen Bevölkerung erfolgen kann. Auch das wird bei Reisen in diese Länder (falls sie denn überhaupt möglich sind) noch lange Einschränkungen bedeuten. 

Einreise nur für Geimpfte?

Aber wenn die Impfungen das Reisen wieder möglich machen, werden dann auch Ungeimpfte einreisen dürfen? Das halte ich zumindest für fraglich. Sicher wird es viele Länder geben, die in Zukunft nur Reisende mit Impfnachweis einreisen lassen (so wie z.B. in einigen Ländern schon heute mit der Gelbfieberimpfung).

Die ersten Länder haben ja schon Reiseerleichterungen für Geimpfte in Kraft gesetzt: z.B. Island, die Seychellen oder Polen erlauben die erleichterte Einreise für Geimpfte, indem beispielsweise keine Quarantäne mehr notwendig ist, wenn eine Impfung vorliegt. 

Sicher werden weitere Länder folgen und sich z.B. nur für Geimpfte öffnen. Aber welche Länder? Und wann? Schwer zu sagen....

Man kann vielleicht aus der Strenge und Konsequenz der Maßnahmen ableiten, ob wohl eine Impfpflicht für Einreisende kommen wird. Das könnte ich mir z.B. bei China, einigen Staaten in Südostasien und bestimmt in Australien und Neuseeland gut vorstellen. Die australische Airline Quantas hat ja bereits angekündigt, auf der Langstrecke nur noch Geimpfte zu befördern. Die Diskussion um einen "Immunitätspass" für bereits Genesene und Geimpfte ist in der EU und weltweit längst im Gange, auch wenn Deutschland sich da noch bedeckt hält.

Wann dies alles aber zeitlich passiert, hängt davon ab, wie schnell die Impfungen global erfolgen und wie viele Impfstoffe noch dazu kommen. Im Laufe von 2021 wird sich zumindest vieles tun und viele Grenzen wieder (unter Bedingungen) öffnen, so viel ist sicher. Aber sicher nicht kurzfristig, frühestens in Q2 oder Q3.

Zu viele Fragen sind noch nicht geklärt, z.B.:

  • Wie gut helfen die aktuellen Impfstoffe gegen die Mutationen? Und sicherlich wird es weitere Mutationen des Virus geben, werden bei diesen die Impfstoffe wirken?
  • Können Geimpfte weiter erkranken (es sieht aktuell so aus, wenn auch mit leichteren Verläufen)? Und wenn ja, sind sie weiterhin ansteckend und in welchem Maße? Diese Frage wir sicherlich für viele Ländern eine entscheidende Rolle spielen bei der Abwägung, ob man Geimpfte ohne Auflagen einreisen lässt. Zumindest für Ländern, die ihre eigene Bevölkerung nicht so schnell impfen können.
  • Und wie das mit Kindern läuft, ist für uns als reisende Familie und als Familienreiseblogger noch ein großes Fragezeichen. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es ja schließlich noch nicht (evtl. erst 2022?). Wenn Einreisen z.B. für Geimpfte wieder erlaubt sind, was heißt das dann für Familien mit (natürlich) ungeimpften Kindern? 

Anmerkung: Natürlich kann man persönlich zum Impfen stehen, wie man will. Ich bin zumindest unglaublich dankbar, dass so schnell ein Impfstoff gefunden wurde. Aber sicher ist: ohne diesen Impfstoff wäre freies und unbeschwertes Reisen sicher auf lange, lange Sicht nicht wieder möglich.

Neben den Impfungen eröffnet auch die Nutzung von Corona-Test neue Perspektiven beim Reisen. Immer mehr Länder verlangen bei der Einreise negative Testergebnisse (oder auch Airlines verlangen diese!). Dies ist ein Kostenfaktor, zumal für Familien, besonders, wenn die teureren PCR Test verlangt werden. Gleichzeitig eröffnen sich aber hier auch Reise-Möglichkeiten und es bietet einfach eine höhere Sicherheit. Gerade, wenn Geimpfte weiter das Virus übertragen können, wird sicherlich ein Test bei Einreise in Zukunft weltweit relativer Standard werden.

Denkt daran, Euch immer aktuell über die Bestimmungen zu informieren: Welche Tests sind zulässig (nur PCR, auch Schnelltests o.ä.)? Wie alt darf das Testergebnis maximal sein? Ist nur ein Test vor der Einreise nötig oder auch bei der Ankunft?

 

Zusätzlich zu den Tests gibt es in vielen Ländern Quarantäne-Regelungen, die ganz unterschiedlich ausfallen. Ich würde garantiert nicht meine 4 Kinder freiwillig zwei Wochen in ein Hotelzimmer schließen (bei positivem Test, na klar, aber sonst nicht). In ein Ferienhaus schon eher, aber auch das muss nicht sein. Das muss dann jeder für sich entscheiden.

Risikogebiete und Reisewarnungen

Seit zum 01. Oktober 2020 wurde die pauschale weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes durch individuelle Reisewarnungen ersetzt, aber es hat sich erstmal defacto nicht so viel für Reisende geändert.

Denn für fast alle Länder, die aktuell Deutsche einreisen lassen (z.B. Mexiko, Costa Rica, Tansania....) bestehen weiter Reisewarnungen des AA. (Stand Februar 2021)  https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Gleichzeitig gibt es einige Länder, für die nun keine Reisewarnung mehr besteht, in die man aber leider aktuell nicht oder kaum reinkommt. Mit Ländern wie Malaysia, Australien, Neuseeland oder Vietnam sind einige beliebte Reiseziele zwar aktuell keine Risikogebiete, aber eine Einreise ist auf absehbare Zeit nicht möglich.

Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot und eine Reise in Länder wie Brasilien oder Tansania generell möglich. Immer sollte jedoch die Situation vor Ort abgewogen werden, nicht nur, was die Risiken für die eigene Gesundheit angeht, sondern auch die aktuellen und möglichen Einschränkungen vor Ort. Das kann von geschlossenen Sehenswürdigkeiten über geschlossene Strände bis zur Gefahr von lokalen oder regionalen Lockdowns gehen, da solltet Ihr Euch gut informieren und abwägen.

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot

Denn, ganz klar: EINE REISEWARNUNG IST KEIN REISEVERBOT! Es ist auch möglich, in Länder mit Reisewarnung zu reisen. Jedem steht frei, dies zu tun.

Wenn man dies vorhat, sollte man sicher über ein paar Dinge unbedingt klar sein und informieren:

  1. Der internationale Flugverkehr ist weiter deutlich eingeschränkt, Flugverbindungen werden immer noch regelmäßig gecancelled. Man muss also zeitlich flexibel sein und evtl. längere Verbindungen in Kauf nehmen. Gerade, wenn in Ländern eventuell ein neuer Lockdown droht, kann es sein, dass man nicht wie geplant weiter oder nach Hause kommt. Weitere Rückholaktionen des Auswärtigen Amtes wird es nicht geben.
  2. Überprüft die aktuellen Einreisebedingungen: Ist ein negativer Corona-Test notwendig? Wie alt darf dieser maximal sein? Reicht ein Schnelltest aus oder muss es ein PCR Test sein? Weitere Vorgaben können z.B. der Nachweis von besonderen Versicherungen sein (z.B. in Costa Rica) oder eine vorgeschriebene Quarantäne vor Ort (z.B. in Madeira und auf den Seychellen bis zum negativen Testergebnis nach Anreise, oder 14 Tage in Thailand)
  3. Informiert Euch über die Lage vor Ort: zum Einen über die aktuelle Entwicklung der Zahlen, über mögliche drohende Lockdown-Maßnahmen und auch über aktuelle Einschränkungen. So sind z.B. in Costa Rica, das grundsätzlich für Touristen offen ist, in einigen Orten die Strandzeiten sehr beschränkt u.ä. Anderswo sind Nationalparks, Restaurants, Cafés oder Campingplätze geschlossen oder das Nachtleben eingeschränkt. Dessen sollte man sich vor Anreise bewusst sein und abwägen.
  4. Checkt unbedingt die Konditionen Eurer Auslandskrankenversicherung, ob Reisen in Risikogebiete abgesichert sind und ob auch die Behandlung von Corona eingeschlossen ist. Ggf. eine andere Versicherung abschließen.

Wie und wohin man in dieser Situation reist, bleibt somit jedem freigestellt. Abstand und Hygienemaßnahmen kann man auch in anderen Ländern einhalten. Trotzdem sollte man, gerade auch wenn man mit Kindern reist, für die man die Verantwortung trägt,

genau abwägen: Ist das ein Land, in dem ich im Falle eines Lockdowns mit Kindern länger festsitzen möchte? Ist das Gesundheitssystem aus meiner Sicht so, dass es meine Familie im Krankheitsfall eine gute Versorgung bekommt? Und kann ich dort im Moment überhaupt so Reisen, wie ich mir das vorstelle?

Und wo kann man im Moment hinreisen?

Die allermeisten Länder weltweit, auch in Europa sind als Risikogebiet definiert und es wird vor Reisen gewarnt. Aktuell sind nur wenige Gebiete in Europa ohne Reisewarnung wie z.B. einige griechische Inseln oder Regionen in Finnland oder Norwegen. 

Aber es gibt auch Lichtblicke:

Einige wenige Länder außerhalb der EU ohne Reisewarnung sind tatsächlich auch bereisbar (lassen also Touristen einreisen), vor allem in der Karibik und in Afrika. Aktuell z.B. Mauritius, Barbados oder St.Lucia. Aber: Die Reisewarnungen können sich wirklich täglich ändern, eine verlässliche Reiseplanung ist also schwierig, wenn Ihr auf Reisen in Risikogebiete verzichten wollt.

Auch andere Reiseziele, die zwar offiziell Risikogebiete sind, lassen sich trotzdem bereisen, z.B. Mexiko, Tansania und vor allem Costa Rica sind aktuell sehr beliebte Fernziele. Auch in die USA kann man reisen, solange man sich vorher 14 Tage nicht im Schengen Raum aufgehalten hat, sondern in einem Land, aus dem die USA die Einreise gestatten. (Achtung, eine Neuregelung ist geplant, z.B. mit neuen Quarantänevorgaben)

Positive Signale: Öffnungen in Thailand und Sri Lanka

Es tut sich was bei den Reisemöglichkeiten und das in zwei der sicherlich beliebtesten Ziele in Südostasien: in Thailand und auf Bali gibt es für Langzeitreisende erste positive Entwicklungen.

Thailand stellt mittlerweile wieder touristische Visa aus, aber unter sehr strengen Bedingungen. Hierzu gehört u.a. der Nachweis einer sehr hohen Krankenversicherung, eine Corona-Tracking-App und eine strikte (und nicht günstige) 14-tägige Quarantäne in ausgewählten Hotels. 14 Tage im Hotelzimmer sitzen (das Zimmer darf man natürlich nicht verlassen!), mehrmals am Tag Fieber messen und mehrere Tests machen, ist mit Kindern sicherlich nicht zumutbar (und auch ohne würde ich persönlich das nicht machen). Aber die Regelungen, die erstmals im Oktober aufgestellt wurden, wurden im November und Dezember bereits etwas gelockert. Und weitere Lockerungen wie z.B. die Verkürzung der Quarantäne bei negativen Test oder oder..., könnten nächste Schritte sein, falls sich die Corona-Lage in Thailand nicht weiter verschlechtert (aktuell gab es wieder erhöhte Infektionszahlen). Ein Hoffnungsschimmer.

Auch ein weiteres beliebtes Reiseziel wie Sri Lanka hat erste vorsichtige Öffnungsschritte gemacht. Touristische Einreisen sind seit dem 21. Januar wieder möglich. Die ersten 14 Tage müssen in bestimmten "Quarantäne" Hotels verbracht werden. Auch wenn dies keine richtige Quarantäne ist, sondern eher eine Art "Travel Bubble", in der sich die Touristen in den ersten 14 Tagen bewegen. Anders als in Thailand darf man sich im Hotel frei bewegen und sogar zwischen den registrierten Hotels reisen und in abgeschirmten Reisegruppen sogar die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka  besuchen. Nach den 14 Tagen kann man sich dann frei im Land bewegen. Trotzdem gibt es viele Hürden und Papierkrieg, bevor ein Visum erteilt wird. Sicher ist diese Art zu reisen auch nicht für jeden was, trotzdem ist es eine Möglichkeit und ein

Die Öffnung weiterer Ziele wird sich sicherlich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen, wobei drei Themen die Reiseplanung noch lange bestimmen werden:

  1. Quarantäneregelungen: im Land bei der Einreise, bei der Weiterreise (muss ich in Land B in Quarantäne, wenn ich aus Land A komme?) und der Heimkehr
  2. Vorgeschriebene Corona Tests beim Reisen: Reichen Schnelltests? Müssen es PCR-Tests sein? Wie alt darf der Test maximal sein? Muss nach Ankunft noch getestet werden? Was verlangt das Einreiseland, was verlangt die Fluggesellschaft?
  3. Einschränkungen in den einzelnen Ländern: Wie ist die aktuelle Infektionslage? Haben Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Strände oder Kinderspielplätze geöffnet? Gibt es eine Maskenpflicht, welche Masken und wo? 

Infos über Einreisebeschränkungen, Reisewarnungen und Corona-Regeln

Eine gute Übersicht, die regelmäßig aktualisiert wird, bietet diese Seite vom ADAC, sowohl für Europa als auch weltweit: Übersicht Einreisebeschränkungen ADAC

Hilfreich, um up-to-date zu bleiben, sind auch die Übersichten wie diese von Kayak, hier ist zu sehen, in welchen Ländern aktuell die Einreise möglich ist, und die Übersicht der IATA, die die aktuellen Einreisebeschränkungen aufführt. Beide Übersichten beziehen sich allerdings nur auf Reisen per Flugzeug, die ADAC Seite umfasst dagegen die Einreiseregelungen allgemein.

Und weitere Informationen zu Reisebeschränkungen und Einreiseregelungen gibt es natürlich immer aktuell auch beim Auswärtigen Amt

 

Dann finde ich auch noch diese Übersicht gestoßen hilfreich: ein übersichtliche Weltkarte und unten dann die Regelungen pro Land in der Tabelle, angeblich täglich aktualisiert.

Praktisch auch die Übersicht bei Skyscanner. Dort gebt Ihr das Land ein, in dem Ihr gerade seid (also z.B. Deutschland) und bekommt eine Karte angezeigt, welche Länder grundsätzlich offen sind oder teilweise offen.

Aber: m.E. nicht immer 100% aktuell / korrekt und weitere Recherche ist notwendig! Also, nutzt die Karte, um Ideen zu sammeln und in weitere Recherchen einzusteigen.

Blick in meine Corona-Reise-Glaskugel

So, nun habe ich Euch ja alle möglichen Wenn's-und-Aber's aufgezählt. Auch ich kann nicht vorhersagen, was genau wann an Reisen wieder möglich ist. Aber beim Blick in meine Glaskugel (und bei der Auswertung von Trends, Regierungsaussagen und Gerüchten) gibt es doch zumindest einige Tendenzen, bei denen ich mich an eine Prognose wage:

Australien und Neuseeland: Die Impfkampagnen werden wohl in beiden Ländern bald starten, allerdings ist dies ja im Vergleich zu den USA oder Europa deutlich später und auch hier werden die Impfstoffe erst nach und nach geliefert werden. Bis also einen Herdenimmunität erreicht ist, wird es dauern. Australien plant aktuell mit Oktober, aber ob das hinkommt? Und, ganz ehrlich, ich wette, dass die Grenzen nicht geöffnet werden, wenn nicht wenigstens die eigene Bevölkerung durchgeimpft ist. Falls Geimpfte das Virus nicht mehr übertragen könnten, würden die Karten vielleicht nochmal neu gemischt, das halte ich aus jetziger Sicht allerdings nicht für wahrscheinlich. Wir haben Australien und Neuseeland für 2021 relativ abgeschrieben.

USA: Die Impfungen in den USA kommen gut voran, laut Impfplanung soll im Sommer Herdenimmunität erreicht sein. Die Chance auf eine USA Reise ab Q3 stehen also gut, würde ich tippen. Möglicherweise aber auch nur, wenn man selbst geimpft ist, das wird sich zeigen. 

Südostasien: Hmmmm, ganz schwer, meine Glaskugel ist da recht neblig... Thailand überlegt sich ja alle paar Wochen neue mögliche Lockerungsschritte (ob die dann kommen, bleibt zumindest fraglich). Es gibt Ideen und Gerüchte, Geimpfte ab Sommer ohne Quarantäne einreisen zu lassen. Dies ist zumindest sehr riskant, wenn Geimpfte weiterhin das Virus übertragen, da Thailand noch lange brauchen wird, bis es seine Bevölkerung geimpft hat. Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass auch diese Regelung noch nicht so schnell kommen wird (zumindest nicht mit komplettem Wegfall der Quarantäne). Phuket plant wohl in privater Initiative seine Bevölkerung schneller zu impfen, um dann eine "Urlaubs-Blase" auf Phuket zu machen. Vielleicht ganz attraktiv für russische und chinesische Pauschaltouristen, wer es mag... Während Thailand zumindest immer mal wieder über Lockerungen laut nachdenkt, halten sich andere beliebte Reiseländer wie Malaysia oder Vietnam da sehr bedeckt. Auch hier wir die Impfung noch dauern und ich denke, die Einreise wird hier noch lange unmöglich oder zumindest sehr erschwert bleiben. Während es von Bali im vergangenen Jahr immer mal wieder Gerüchte oder Ideen für eine touristische Öffnung gab, wurde Bali von der indonesischen Regierung mehrfach zurück gepfiffen. Einreisen nach Bali waren in den vergangenen Wochen / Monaten mit halb-legalen Tricks möglich, jetzt wurde aber die Visavergabe gestoppt und die Maßnahmen verschärft. Aktuell leidet Indonesien (und auch Bali!) unter hohen Infektionszahlen und einem überlasteten Gesundheitssystem. Eine Öffnung halte ich in den kommenden Monaten für nicht so wahrscheinlich, auch wenn Gerüchte weiter köcheln. Selbst wenn z.B. eine regionale Öffnung von Bali kommen sollte, kann ich mir freies Herumreisen in Indonesien noch nicht für die kommenden Monate vorstellen.

Interessant auch die Prognose von SOA Experten: Südostasien-Urlaub 2021: Möglich oder nur ein Traum? (faszination-suedostasien.de)

Weiterplanen oder nicht?

Ob man jetzt mit seiner Reiseplanung einfach weitermacht oder nicht, kommt natürlich vor allem drauf an, wann genau man reisen möchte. Und wohin.

Eine Langzeitreise lässt sich in der Regel nicht so einfach verschieben wie ein Urlaub, zu hoch ist der organisatorische Aufwand, der dahinter steht. Und oft ist der Zeitpunkt schon lange im Voraus festgelegt oder man hat mit Sabbatical-Programmen jahrelang daraufhin gespart.

Im Moment ist es vor allem eine Frage des Timings, wie man jetzt mit der Planung weiter macht. Wann soll es losgehen, wie weit seid Ihr konkret mit der Planung schon?

Gewisse Dinge kann und sollte man jetzt natürlich unbedingt weiter planen oder sogar vorziehen. Z.B. macht es Sinn, Anträge auf Schulbefreiungen jetzt anzuschieben, denn möglicherweise können Rückmeldungen von Schulen oder Schulbehörden in den nächsten Monaten (noch) länger als normal dauern, da dort aktuell eine Menge andere Themen auf dem Tisch liegen. Also lieber ein bisschen längeren Vorlauf einplanen.

Auch mit anderen zeitgebundenen Terminen, ob nun der Kündigung von langfristigen Verträgen oder Abos oder Impfterminen, die längerfristig geplant werden müssen, kann und sollte man unbedingt weiter machen.

Falls Ihr schon mitten in den konkreten Reiseplanungen steckt, weil es nur noch ein paar Monate bis zum geplanten Start sind: mit festen Buchungen von (Langstrecken-)Flügen oder Unterkünften wäre ich im Moment seeehr vorsichtig, denn was in ein paar Monaten ist, kann keiner sagen. Falls Ihr also was bucht, achtet auf unkomplizierte und großzügige Storno-Bedingungen!

Aber wenn es wieder losgeht und Fernreisen wieder möglich sind, wird der Tourismus sicherlich ganz langsam wieder anrollen und man kann immer noch kurzfristig etwas buchen. 

Genauso würde ich aber aktuell auch nichts bereits Gebuchtes (und Bezahltes) stornieren, so lange noch nicht 100% klar ist, wie es weiter geht. Zum Einen bleibt man sonst eventuell auf den Stornierungskosten sitzen. Zum Anderen gilt immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht klappt es ja doch. 

Den Traum nicht voreilig aufzugeben, aber auch realistisch zu bleiben, ist aktuell die Devise. Im Moment fahren alle irgendwie "auf Sicht", aber eine Weltreise mit Familie braucht nun mal etwas mehr Vorlauf. Umso wichtiger ist es, sich aktuell rechtzeitig mit einem Plan B oder C zu beschäftigen, wenigstens gedanklich. In der Hoffnung, dass man ihn nicht braucht. 

Plan B: Änderung der Route

Wer in 2021 eine große Auszeit mit dem Wohnmobil durch Europa plant, ist wahrscheinlich ab dem Frühsommer relativ entspannt unterwegs (soweit nicht fiese Mutationen dazwischen funken). Wer 2021 nach Australien oder Neuseeland wollte oder in Kürze einen Round-the-World-Trip quer über alle Kontinente starten möchte, sollte sich unbedingt mit einer Alternative beschäftigen (gerade Australien und auch Neuseeland werden wohl noch eine ganze Weile zu bleiben...):

Kommt eine Änderung / Einschränkung der Route in Frage? Vielleicht ein Europa-Trip statt der Tour durch die USA? Vielleicht hier ein Wohnmobil kaufen statt nach Australien zu fliegen?

Es ist eine gangbare Möglichkeit, sich die Planung der Route bis kurz vor Start offen zu halten und dann dorthin zu reisen, wo es halt geht. Aber in diesem Fall sollte man das vorher gut abwägen und diskutieren, ob man die Reise wirklich „um jeden Preis“ machen möchte. Wer schon ewig von Neuseeland träumt, unbedingt auf den Philippinen tauchen, in der Südsee segeln oder nach Macchu Picchu wandern möchte, für den ist vielleicht eine Änderung der Route nicht das Richtige.

Eine lange Auszeit vom Alltag ist ein großer Schritt, organisatorisch, psychisch und finanziell. Das hart Ersparte investieren, obwohl man seine großen Träume nicht verwirklichen kann, muss wohl überlegt sein. Schließlich soll während der Reise nicht die ganze Zeit der zuerst geplanten Reise hinterher getrauert werden.

Fragt Euch also: Was sind die Wünsche und Ziele, die Ihr Euch UNBEDINGT erfüllen möchtet? Und seid Ihr bereit, diese aufzugeben bzw. durch andere zu ersetzen, wenn es nicht geht?

Wenn nicht, muss Plan C her...



Plan C: Verschiebung

Am einfachsten ist es natürlich in der aktuellen Situation, wenn man zeitlich total flexibel ist und die Reise beliebig nach hinten schieben kann. Allerdings ist das bei den wenigsten Familien so einfach möglich, zu viel hängt organisatorisch dran.

Das Sabbatical beim Arbeitgeber ist längst eingereicht oder sogar schon der Job gekündigt? Die Reise soll unbedingt noch vor der Einschulung passieren oder in der Elternzeit? Oder es liegt schon eine Schulpflicht-Befreiung für einen bestimmten Zeitraum vor? 

Wenn Ihr in den nächsten Monaten los wollt, solltet Ihr eine zeitliche Verschiebung zumindest durchdenken und prüfen, falls Ihr außerhalb Europas reisen wollt. Zu unklar ist es, wann Reisen wieder möglich sein wird, vor allem mit welchen Einschränkungen.

Und fragen kostet ja in der Regel nichts. Beim Arbeitgeber kann man unverbindlich anfragen, ob und mit welchen Vorlaufzeiten eine Verschiebung machbar wäre. Wenn Ihr schon gekündigt habt und eine Verlängerung nicht geht, vielleicht ist kurzfristig ein anderer Job zu finden oder Ihr meldet Euch zeitweilig arbeitslos? Ebenso kann man mit der Schule bzw. Schulbehörde besprechen, ob eine Verlegung einer Schulbefreiung  grundsätzlich zeitlich möglich wäre. Oder, falls Ihr länger unterwegs sein wollt, vielleicht startet Ihr einfach erst später und verkürzt die Reise? Also Ihr startet z.B. 4 Monate später und reist nur 8 statt 12 Monate?

Aber schlussendlich bleibt es eine Abwägung: Unter welchen Voraussetzungen ist eine zeitliche Verschiebung möglich? Gibt es dann Probleme mit dem Job, mit der Elternzeit, mit der Schule? Nehmt Ihr lieber die Verschiebung in Kauf oder geht Ihr Kompromisse bei der Route oder der Art zu Reisen ein? Lieber Plan B oder Plan C? Oder, auch sehr wahrscheinlich, eine Mischung aus beidem. Keine leichte Entscheidung.

Plan D - die Reise komplett abzusagen - lassen wir hier mal unerwähnt. ;)

Ob Plan B oder C - Flexibilität ist die Devise!

Schwere Zeiten für Leute, die gerne Reisen im Voraus planen. Die komplette Reise-Route  per Round-the-World Ticket gebucht, Unterkünfte, Mietwagen oder Wohnmobile reserviert: all das macht im Moment gar keinen Sinn, denn alles ändert sich so schnell. Das Land, das gerade noch die Grenzen offen hatte, wir auf einmal zum Risikogebiet, geht in den kompletten Lockdown oder schließt die Grenzen. Daher, auch wenn es dem einen oder der anderen schwer fällt, ist kurzfristige und flexible Buchung das Gebot der Stunde. Am besten erst wenige Wochen vorher entscheiden, wo es hingehen soll. Vor Ort schauen, wo es weitergehen kann. Und, falls Ihr doch etwas früher planen wollt: Immer mehr Airlines bieten Optionen für umbuchbare oder sogar stornierbare Tickets, meist gegen einen vertretbaren Aufschlag, der Euch dann aber die Sicherheit gibt, dass Ihr im Fall der Fälle Eure Pläne ändern könnt. Gleiches gilt für Unterkünfte (z.B. an beliebten Top Spots, zur Ferienzeit...): Es gibt viele Unterkünfte, von Hotel bis zu Ferienwohnungen / -häusern, die bis wenige Tage vor Ankunft kostenlos stornierbar sind. Wir selbst haben damit absolut verlässliche Erfahrungen bei Booking.com und Airbnb gemacht, bei denen uns stornierbare Unterkünfte tatsächlich umgehend problemlos zurückerstattet wurden. 

Und noch zwei Tipps für die Buchung von Flugtickets, Tipps, die auch schon ohne Pandemie hilfreich waren, aber heute erst recht:

  1. Flugtickets am besten direkt bei der Airline buchen und nicht über (oft etwas günstigere) Vermittler. Denn im Falle einer Stornierung müsst Ihr Euch sonst an den Vermittler wenden und könnt nicht direkt an die Airline ran. Das kann im besten Fall mühsam sein, im Schlechtesten bleibt Euer Geld beim Vermittler.  
  2. Flugtickets immer per Kreditkarte bezahlen. Wenn die Airline pleite geht oder der Flug storniert wird (und die Airline trotzdem nicht zurück erstattet), dann gibt es die Möglichkeit, über die Kreditkarte die Zahlung zurückzubuchen (Chargeback). 

Die besten Bücher zum Träumen und Planen (vor allem das erste ist "meine Bibel"): *



Und Unsere Weltreise-Pläne?

Ja, auch wir stellen uns diese Fragen für unsere Weltreise 2.0. Eigentlich würden wir jetzt gerade mitten in den konkreten Planungen für unsere 13-monatige Auszeit ab Sommer 2021 stecken. Unser Wunsch war ursprünglich, in Südostasien zu starten, dann für 2 -3  Monate nach Australien, dann weiter nach Mittelamerika. Diesen Plan haben wir aber schon gedanklich mehrmals über den Haufen geworfen.

Eine konkrete Routenplanung ist natürlich gerade nicht möglich, wir beobachten die weitere Entwicklung und kümmern uns um die organisatorischen Vorbereitungen. Die Schulbefreiung und das Sabbatical sind genehmigt, die ersten Reiseimpfungen erfolgt, die Hausvermietung muss evtl. organisiert werden....

Für unsere Routenplanung steht und fällt im Moment alles mit der Corona-Impfung. Wann werden wir Erwachsenen unsere Impfung haben? Und was ist dann mit den Kids?

Bis Ende Juni geimpft zu sein, wird wahrscheinlich nicht klappen. Da wir davon ausgehen, dass wir aber im Laufe des Sommers eine Impfung bekommen können, würden wir in dem Fall erstmal für ein paar Wochen in Europa starten. Ich bin optimistisch, dass im Sommer 2021 reisen in Europa vergleichsweise problemlos möglich ist und auch einige Fernreiseziele möglich sind. Wobei wir einen Start in Asien (wie ursprünglich angedacht) im Moment nicht sehen. Selbst wenn einzelne Länder wie Thailand unter Bedingungen wieder gut bereisbar sind, wird das unbeschwerte Reisen von Land zu Land wahrscheinlich noch nicht so gehen und viele Länder auch noch zu sein. Daher schieben wir SOA lieber auf 2022. Wir könnten natürlich einfach unsere Route umgekehrt in Mittelamerika starten, z.B. in Mexiko oder Costa Rica (die ja auch jetzt schon bereisbar sind, trotz Reisewarnung). Allerdings würden wir dort aber wegen des Wetters lieber erst ab Herbst hin. Aktuell stehen die USA gerade als Option hoch im Kurs, da der schnelle Impffortschritt Hoffnung auf eine Öffnung macht. Vielleicht ein Womo Trip durch die Nationalparks im Westen? Oder doch ein paar Wochen Hawaii? 

Von Australien haben wir uns gedanklich bereits verabschiedet. Vielleicht ist es Anfang 2022 wieder möglich. Aber wir müssen auch nicht unbedingt nach Australien, wir wollten dort hauptsächlich für 2-3 Monate Schulaufenthalt unserer beiden großen Jungs hin. Wir waren auf unserer ersten Weltreise schon knapp 8 Wochen in Australien, wenn es nun nicht klappt, ist es schade, aber kein Drama.

Auch wenn es Tage gibt, an denen wir damit hadern, dass wir im Moment gar nicht so recht planen können, meistens freuen wir uns einfach wie Bolle auf unsere große Reise. :)

Corona als Chance

Corona ist kacke, ohne Wenn und Aber. Aber in jeder Krise liegt ja bekanntlich eine Chance. Und so sehr uns die Situation auch in Bezug auf unsere Weltreiseplanung nervt, sehen wir doch auch einen positiven Aspekt, die die ganze Situation für unsere Reise haben könnte.

Selbst mit Impfstoff und Schnelltests wird der weltweite Massentourismus erst sehr langsam wieder anrollen. Kaum Massentourismus = keine Touristenmassen!

Wir haben im Sommer 2020 eine fantastische Wohnmobiltour von der Cote d'Azur bis nach Barcelona und Valencia gemacht und haben es total genossen, solche touristischen Hot Spots mitten in den Sommerferien so leer zu erleben. Auch wenn es vor allem in Barcelona und Valencia schon wirklich bitter war zu sehen, wie die Existenzen der Einheimischen auf der Kippe stehen, haben uns die leeren Altstädte dort sehr berührt. Was für eine einmalige Chance!

Daher erlauben wir uns, uns für unsere Weltreise auch auf die positiven Aspekte dieser Situation zu freuen. Z.B. habe ich so viel über den brutalen Overtourism auf Bali gelesen, gesehen und gehört, dass ich mir gar nicht sicher war, ob ich dort jemals hin möchte. Und nun möchte ich unbedingt hin! Den Zauber von Bali wie vor 10 oder 15 Jahren erleben ohne die ganz großen Pauschaltouristenmassen, was für eine Aussicht. Chichen Itza ohne Gedränge? Usw. Wir hoffen auf ein Zeitfenster, in dem das Reisen schon wieder unbeschwerter möglich ist, die großen Touristenmassen aber noch ausbleiben. Wir werden das Fenster nutzen. 

Weltreise trotz CoronA? - WeltReise wegen Corona!

Nicht nur, dass wir trotz Corona weiter an unseren Plänen für unsere Weltreise festhalten. Sondern irgendwie auch gerade wegen Corona.

Denn die Pandemie führt dazu, dass wir (noch mehr) über unsere Lebensziele und Werte nachdenken und diese (noch mehr) hinterfragen:

  • Was ist uns wirklich wichtig im Leben? 
  • Wie soll unser Leben aussehen, welches Leben möchten wir führen?
Wir merken auch ganz stark, wovon wir gerade in Krisenzeiten zehren: Von unseren Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnissen. Collect moments, not things.

Auch typische Gewissheiten, an denen andere festhalten, wie: "Eine Weltreise machen wir, wenn die Kinder aus dem Haus sind und wir in Rente gehen" werden in der Pandemie mal ganz flugs vom Kopf auf die Füße gestellt (endlich, möchte man fast sagen...). So eine globale Pandemie zeigt ganz deutlich, dass man seine Träume nicht auf irgendwann aufschieben sollte, sondern seine Träume leben sollte, sobald es irgendwie geht. Denn sonst könnte es zu spät sein.

 

Daher, auch wenn jetzt gerade nicht die beste Zeit zum Reisen ist, ist doch genau jetzt die Zeit, sich auf seine großen Träume zu besinnen. Langzeitreisen, Weltreisen, Sabbaticals, Ausstieg aus dem Alltag, der Traum von einem anderen Leben: die Planung beginnt jetzt.

Wie geht es den Familien, die in Kürze starten woll(t)en? Und denen, die abbrechen mussten oder noch unterwegs sind? Mehr dazu hier in unserer Interviewreihe. :)

Falls Ihr von einer Weltreise oder Langzeitreise als Familie träumt und Unterstützung bei der Umsetzung braucht, berate ich Euch sehr gerne: Weltreise-Beratung oder kommt in meine Facebook Gruppe "Weltreise mit Kindern"


Für Deine Weltreise-Planung: Holt Dir gleich unser E-Book "Hängematte statt Hamsterrad: DEIN WELTREISE-PLANER"

mit vielen Tipps zur Reiseplanung, Checklisten, Organisationshilfen und vielem mehr.

Damit machst Du Deinen Traum einer Weltreise wahr!


Mehr zum Thema Weltreise findet Ihr hier: 

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    zwei-uf-vier (Montag, 31 August 2020 16:09)

    Eine tolle Seite! Gerade sitzen wir auf der Fähre von Dover nach Calais und setzen unsere Reise trotz Corona fort. Immer mal wieder plagen uns Zweifel, ob es ok ist, dass wir unsere Reise trotzdem angetreten sind. Ursprünglich wollten wir die Panamerica machen. Mittlerweile sind wir seit Anfang Juli auf Europa Tour und waren bisher in Frankreich, England und Schottland. Es ist toll und wir geniessen die Zeit. Die Hoffnung für eine Überfahrt nach Amerika haben wir noch nicht ganz aufgegeben :-)

  • #2

    Dagmar vom flipflopblog (Mittwoch, 02 September 2020 09:25)

    @zwei-uf-vier: Ich finde, Ihr macht das genau richtig! Man kann ja auch in Zeiten von Corona verantwortungsvoll reisen, gerade, wenn man im eigenen Fahrzeug vergleichsweise "autark" unterwegs ist. Ich wünsche Euch noch viele tolle Eindrücke und drücke Euch die Daumen, dass Amerika noch klappt!

  • #3

    Johannes (Montag, 19 Oktober 2020 21:57)

    Gerade jetzt reisen ist spannend in sinnvoll zum Beispiel nach Kirgistan oder Usbekistan. Beide Länder sind ohne Visum jetzt bereisbar und offen. Flüge gibt es auch über Istanbul. Ich bin gerade 3 Wochen in Kirgistan unterwegs gewesen und jetzt in Usbekistan. Grüsse aus Samarkand.

  • #4

    Angie (Dienstag, 19 Januar 2021 15:09)

    Hallo!
    Sehr toller Beitrag.
    Uns geht es gerade genauso, Sabbatical ist schon lange beantragt und wir wollten im Juli 2021 unsere Weltreise starten. In 2 Wochen haben wir unsere ersten Impftermine und wir hoffen das beste.
    Liebe Grüße, Angie

  • #5

    Sammy (Dienstag, 16 März 2021 16:43)

    Hi!
    Eine Weltreise wird´s wohl bei mir nicht, aber ich finde es sieht heuer für uns schon sehr vielversprechend aus was eine Urlaubsreise betrifft. Es gibt vom Flughafen Linz Sommerlinienflüge nach Palma zum Beispiel. Da freu ich mich drauf, weil es schön schnell geht mit der Abfertigung. Ich war kürzlich in Beograd und das ging super flott und unproblematisch. Freue mich schon auf diesen Sommer!