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Weltreise-Planung in der Corona-Krise

Das Corona Virus hat unseren Alltag im Griff. Reisepläne sind über den Haufen geworfen, Planungen aufgeschoben.

Aber was wird nun aus der Weltreise oder dem Sabbatical, von dem man so lange geträumt hat?

Jahrelang gespart, geplant und vorbereitet, nun sollte der große Traum bald wahr werden.... Bis Corona kam. 

Aber zeigt uns dieses Virus nicht auch, wie wichtig es ist, seine Träume jetzt zu verwirklichen und nicht in die ferne Zukunft zu verschieben?

Aber wie kann man in Zeiten von Corona überhaupt eine Weltreise planen?  (letzte Aktualisierung: 26.12.2020)

Und "darf" man denn jetzt überhaupt ans Reisen denken? Meine Meinung: Ja, unbedingt!

Beim Reisen geht es nicht um gesundheitliche Dramen, wirtschaftliche Existenzen, Leben und Tod. Sondern um Luxus. Ganz klar.

Aber bei Weltreisen und Langzeitreisen geht es auch um die ganz großen Lebensträume. Und große Träume zu träumen, ist in Pandemie-Zeiten nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert. Denn was gibt einem mehr Optimismus für die Zukunft, als seine Lebensträume zu verwirklichen?

Sicher ist: Aktuell ist nicht die Zeit für ganz große Weltreisen. Der Flugverkehr (besonders die Fernstrecken) ist immer noch extrem heruntergefahren, die Grenzen fast weltweit zu. Die Medien berichteten im Frühjahr 2020 von (teils dramatischen) Rückholaktionen von Reisenden aus aller Welt. Überall zerplatzen die Träume von Weltreisenden, die festsaßen, ihre Reisen abbrechen mussten oder aktuell gar nicht erst antreten können oder wollen (hier berichten Weltreisefamilien im Interview). 

Und die Corona Krise hat auch den Alltag weiter fest im Griff. Zwischen Homeschooling, Homeoffice und Home-Kindergarten, gepaart mit gesundheitlichen und / oder finanziellen Sorgen sind für viele Familien große Reisepläne in den vergangenen Monaten erstmal in den Hintergrund gerückt. Und während sich die Lage im Sommer 2020 zumindest in Europa zu entspannen schien, ist die Lage jetzt im Winter gerade in Europa wieder sehr kritisch und auch weltweit stehen die Zeichen nicht wirklich auf Entspannung.

Aber je länger diese Situation dauert, desto mehr merken wir, bei uns und bei anderen, dass man wieder anfängt zu träumen und auch zu planen.

Am Anfang der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen haben sicher die meisten, die aktuell eine große Reise planen, erstmal abgewartet. Aber nun rückt der lange geplante Reisezeitpunkt immer näher.  Und die Pandemie ist immer noch da. Und jetzt?

 

Geplante Weltreisen oder Sabbaticals, längere Auszeiten vor der Einschulung, die lange Elternzeitreise – was wird jetzt damit?

Wann wird man denn wieder richtig reisen können?

Puh. Eine Glaskugel haben wir leider nicht. Wie keiner, der gerade Reiseplanungen macht.

Europa war zumindest im Sommer 2020 für innereuropäische Touristen wieder offen, jetzt im Winter sind die Grenzen zwar meist formal nicht geschlossen, aber durch Lockdowns und Beschränkungen sind in den meisten Ländern Reisen nicht oder nur sehr erschwert möglich.

Die aktuellen Entwicklungen stimmten leider nicht so positiv für die nächsten Monate: trotz Lockdowns sinken die Zahlen in vielen Ländern nicht wie erhofft, die Impfung dauert, neue und ansteckendere Mutationen tauchen auf.... Ich befürchte, es ist nicht realistisch, vor März / April auf wesentliche Besserungen zu hoffen. Auch weltweit sind nach wie vor die meisten Grenzen zu, auch wenn es dort immer Möglichkeiten gibt. Für alle, die Anfang 2021 auf ganz große Reise gehen wollen, drücke ich ganz, ganz fest die Daumen. Es gibt auch aktuell einige richtig tolle (Fern-)Reiseziele, aber freies und unbeschwertes Reisen von Land zu Land ist jetzt (und wohl auch noch in den kommenden Monaten...) relativ schwierig bis ausgeschlossen.

 

Und in 2021? Es wabern Gerüchte durch Blogs, Facebook Gruppen und die Medien. Es gibt einzelne Aussagen, es gibt 1001 Meinungen. Wo und wann werden Grenzen wieder geöffnet? Und unter welchen Voraussetzungen?

Möglicherweise werden Systeme dauerhaft unter dem Virus zusammenbrechen. Nicht nur Gesundheitssysteme, sondern auch Wirtschaftssysteme bzw. touristische Infrastrukturen. Dann wäre Reisen in diesen Ländern sicher für längere Zeit nicht so machbar wie zuvor. Wobei anders ja nicht unbedingt schlechter bedeuten muss. Langfristige Reiseplanungen sind aber zur Zeit kaum möglich. 

Gleichzeitig werden bei Reise-Portalen super Angebote für Fernreise-Flüge im Sommer 2021 beworben. Philippinen, USA, Neuseeland, Australien… Glauben die wirklich, dass man dann schon wieder dort hinreisen kann? Dazu dann noch die Frage, welche Airlines überhaupt die Krise überleben werden, wenn sich das Ganze noch eine Weile hinzieht. Zu gerne würde ich mich von dem Optimismus anstecken lassen. Ich schwanke beständig, was ich glauben soll und was ich glauben möchte.

Wahrscheinlich ist aber, dass eine Reisefreiheit, die ansatzweise so ist wie zuvor, dauern wird, bis ein relevanter Teil der Menschen geimpft ist. Aber auch die immer besser werdenden Schnelltests und besser verfügbare PCR Tests werden das Reisen in den kommenden Monaten weiter erleichtern. Auch wenn es dauern wird, bis flächendeckend geimpft ist, werden möglicherweise immer mehr Staaten Einreisen mit negativem Corona-Test erlauben.

 

Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus aus dem Sommer 2020 scheinen aus Sicht der aktuellen heftigen zweiten Welle sogar zu optimistisch (Studie Juli 2020).
Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus aus dem Sommer 2020 scheinen aus Sicht der aktuellen heftigen zweiten Welle sogar zu optimistisch (Studie Juli 2020).

Das Licht am Ende des Tunnels: Die Corona-Impfung

 

Aber das Licht am Ende des Tunnels ist da, der lang ersehnte Corona-Impfstoff.

Aber: Leider wissen wir nicht, wie lange der Tunnel noch ist. Während Gesundheitsminister Spahn noch von Impfangeboten für alle bis zum Sommer spricht, wird anderswo schon von Herbst oder Jahresende 2021 geredet, bis in Deutschland eine Grundimmunisierung erreicht ist, die die Rückkehr in eine Normalität (ohne Abstand und Masken, mit Stadion, Konzerten und Reisen) erlaubt. 

Aber wie sieht es in anderen Ländern aus?  Und was heißt das für's Reisen? Das ist nach wie vor noch unklar. In einigen Ländern wird die Impfung der Bevölkerung sicher schneller gehen als in Deutschland / der EU (z.B. die USA scheinen sehr schnell zu sein). Dort wird sich die Infektionslage dann entsprechend schneller entspannen. Und damit auch das Reisen einfacher machen. Aber werden dann auch Ungeimpfte einreisen dürfen? Sicher wird es Ländern geben, die in Zukunft nur Reisende mit Impfnachweis einreisen lassen (so wie z.B. in einigen Ländern schon heute mit der Gelbfieberimpfung). Aber welche Länder das sein werden? Und wann? Schwer zu sagen... Man kann aber vielleicht aus der Strenge und Konsequenz der Maßnahmen ableiten, ob wohl eine Impfpflicht für Einreisende kommen wird. Das könnte ich mir z.B. bei China, einigen Staaten in Südostasien oder in Australien und Neuseeland gut vorstellen. Die australische Airline Quantas hat ja bereits angekündigt, auf der Langstrecke nur noch Geimpfte zu befördern. Die Diskussion um einen "Immunitätspass" für bereits Genesene und Geimpfte dürfte mit dem Einsatz den Impfstoffes neue Nahrung bekommen.

Wann dies alles aber zeitlich passiert, hängt davon ab, wie schnell die Impfungen global erfolgen und wie viele Impfstoffe noch dazu kommen. Im Laufe von 2021 wird sich zumindest vieles tun und viele Grenzen wieder (unter Bedingungen) öffnen, so viel ist sicher. Auch wenn ich im ersten Quartal da nicht so viel erwarte, frühestens in Q2 oder Q3.

Anmerkung:

Natürlich kann man persönlich zum Impfen stehen, wie man will. Ich bin zumindest unglaublich dankbar, dass so schnell ein Impfstoff gefunden wurde. Aber sicher ist: ohne diesen Impfstoff wäre freies und unbeschwertes Reisen sicher auf lange, lange Sicht nicht wieder möglich.

Risikogebiete und Reisewarnungen

Seit zum 01. Oktober 2020 wurde die pauschale weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes durch individuelle Reisewarnungen ersetzt, aber es hat sich erstmal defacto nicht so viel für Reisende geändert.

Denn für fast alle Länder, die aktuell Deutsche einreisen lassen (z.B. Mexiko, Costa Rica, Tansania....) bestehen weiter Reisewarnungen des AA. (Stand Dezember 2020) https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Gleichzeitig gibt es einige Länder, für die nun keine Reisewarnung mehr besteht, in die man aber leider aktuell nicht oder kaum reinkommt. Mit Ländern wie Sri Lanka, Malaysia, Australien, Neuseeland oder Vietnam sind einige beliebte Reiseziele zwar aktuell keine Risikogebiete mehr, aber eine Einreise ist auf absehbare Zeit nicht möglich.

Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot und eine Reise in Länder wie Brasilien oder Tansania möglich. Immer sollte jedoch die Situation vor Ort abgewogen werden, nicht nur, was die Risiken für die eigene Gesundheit angeht, sondern auch die aktuellen und möglichen Einschränkungen vor Ort. Das kann von geschlossenen Sehenswürdigkeiten über geschlossene Strände bis zur Gefahr von lokalen oder regionalen Lockdowns gehen, da solltet Ihr Euch informieren und abwägen.

Und wo kann man im Moment hinreisen?

Selbst in Europa ist mittlerweile fast alles Risikogebiet und es wird vor Reisen gewarnt. Aktuell sind eigentlich nur wenige Gebiete in Europa ohne Reisewarnung wie Madeira, Kreta oder Teile Finnlands. 

Aber es gibt auch Lichtblicke:

Einige wenige Länder außerhalb der EU ohne Reisewarnung sind tatsächlich auch bereisbar (lassen also Touristen einreisen), vor allem in der Karibik und in Afrika. Aktuell z.B. Mauritius, Barbados, St.Lucia oder die Seychellen. Aber: Die Reisewarnungen können sich wirklich täglich ändern, eine verlässliche Reiseplanung ist also schwierig, wenn Ihr auf Reisen in Risikogebiete verzichten wollt.

Auch andere Reiseziele, die zwar offiziell Risikogebiete, lassen sich trotzdem bereisen, z.B. Mexiko und vor allem Costa Rica sind aktuell sehr beliebte Fernziele. Auch in die USA kann man reisen, solange man sich vorher 14 Tage nicht im Schengen Raum aufgehalten hat, sondern in einem Land, aus dem die USA die Einreise gestatten. 

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot

Denn, ganz klar: EINE REISEWARNUNG IST KEIN REISEVERBOT! Es ist auch möglich, in Länder mit Reisewarnung zu reisen. Jedem steht frei, dies zu tun.

Wenn man dies vorhat, sollte man sicher über ein paar Dinge unbedingt klar sein und informieren:

  1. Der internationale Flugverkehr ist weiter deutlich eingeschränkt, Flugverbindungen werden immer noch regelmäßig gecancelled. Man muss also zeitlich flexibel sein und evtl. längere Verbindungen in Kauf nehmen. Gerade, wenn in Ländern eventuell ein neuer Lockdown droht, kann es sein, dass man nicht wie geplant weiter oder nach Hause kommt. Weitere Rückholaktionen des Auswärtigen Amtes wird es nicht geben.
  2. Überprüft die aktuellen Einreisebedingungen: Ist ein negativer Corona-Test notwendig? Wie alt darf dieser maximal sein? Reicht ein Schnelltest aus oder muss es ein PCR Test sein? Weitere Vorgaben können z.B. der Nachweis von besonderen Versicherungen sein (z.B. in Costa Rica) oder eine vorgeschriebene Quarantäne vor Ort (z.B. in Madeira und auf den Seychellen bis zum negativen Testergebnis nach Anreise, oder 14 Tage in Thailand)
  3. Informiert Euch über die Lage vor Ort: zum Einen über die aktuelle Entwicklung der Zahlen, über mögliche drohende Lockdown-Maßnahmen und auch über aktuelle Einschränkungen. So sind z.B. in Costa Rica, das grundsätzlich für Touristen offen ist, in einigen Orten die Strandzeiten sehr beschränkt u.ä. Anderswo sind Nationalparks, Restaurants, Cafés oder Campingplätze geschlossen oder das Nachtleben eingeschränkt. Dessen sollte man sich vor Anreise bewusst sein und abwägen.
  4. Checkt unbedingt die Konditionen Eurer Auslandskrankenversicherung, ob Reisen in Risikogebiete abgesichert sind und ob auch die Behandlung von Corona eingeschlossen ist. Ggf. eine andere Versicherung abschließen.

Wie und wohin man in dieser Situation reist, bleibt somit jedem freigestellt. Abstand und Hygienemaßnahmen kann man auch in anderen Ländern einhalten. Trotzdem sollte man, gerade auch wenn man mit Kindern reist, für die man die Verantwortung trägt,

genau abwägen: Ist das ein Land, in dem ich im Falle eines Lockdowns mit Kindern länger festsitzen möchte? Ist das Gesundheitssystem aus meiner Sicht so, dass es meine Familie im Krankheitsfall eine gute Versorgung bekommt? Und kann ich dort im Moment überhaupt so Reisen, wie ich mir das vorstelle?

Positive Signale: Öffnungen in Thailand und Bali, Schnelltests und Impfstoffe

Es tut sich was bei den Reisemöglichkeiten und das in zwei der sicherlich beliebtesten Ziele in Südostasien: in Thailand und auf Bali gibt es für Langzeitreisende erste positive Entwicklungen.

Thailand stellt mittlerweile wieder touristische Visa aus, aber unter sehr strengen Bedingungen. Hierzu gehört u.a. der Nachweis einer sehr hohen Krankenversicherung, eine Corona-Tracking-App und eine strikte (und nicht günstige) 14-tägige Quarantäne in ausgewählten Hotels. 14 Tage im Hotelzimmer sitzen (das Zimmer darf man natürlich nicht verlassen!), mehrmals am Tag Fieber messen und mehrere Tests machen, ist mit Kindern sicherlich nicht zumutbar (und auch ohne würde ich persönlich das nicht machen). Aber die Regelungen, die erstmals im Oktober aufgestellt wurden, wurden im November und Dezember bereits etwas gelockert. Und weitere Lockerungen wie z.B. die Verkürzung der Quarantäne bei negativen Test oder oder..., könnten nächste Schritte sein, falls sich die Corona-Lage in Thailand nicht weiter verschlechtert (aktuell gab es wieder erhöhte Infektionszahlen). Ein Hoffnungsschimmer.

Ein weiteres beliebtes Reiseziel wie Bali kann durch einen "Trick" auch wieder bereist werden. Touristische Visa werden zwar nach wie vor nicht erteilt. Die Einreise per Business oder Social E-Visa (für Besuche bei Verwandten, für die Arbeit als Freiwilliger) ist hingegen erlaubt, was findige Agenturen nun als Geschäftsmodell nutzen und für Reisende diese Visa beschaffen. Das ist keine offizielle Variante und die Visa werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen durch die Agenturen beschafft! Aktuell wird das aber wohl toleriert. Ob das weiter möglich bleibt oder die Regierung diese Schlupfloch schließen wird, mal sehen. Es wabern aber immer wieder Gerüchte, dass Bali sich in den nächsten Wochen "offiziell" wieder öffnen wird. Der wirtschaftliche Druck scheint immens. Aber: Indonesien ist im Vergleich zu anderen Ländern in Südostasien sehr stark von der Pandemie getroffen, die Fallzahlen sind weiterhin hoch. Und ganz Indonesien ist Risikogebiet.

Zwei Dinge werden die Öffnung weiterer Ziele sicherlich in den kommenden Monaten enorm beschleunigen:

Der flächendeckende Einsatz von immer zuverlässiger werdenden Schnelltests. Hier gibt es auch schon Pläne einzelner Airlines in diese Richtung. Möglicherweise wird der Einsatz von Schnelltests bald zum Flug gehören wie der Security Check. Ein Test bei Abflug, eventuell gepaart mit einem weiteren relativ zeitnah nach der Ankunft könnte sicher für viele Länder ein Modell werden.

Weitere gute Nachrichten gibt es ja aktuell von der Impfstoffentwicklung. Auch wenn die Verteilung noch etwas dauern wird, ist es zumindest absehbar. Viele Länder (Australien? Neuseeland? China?) werden sicher auf eine möglichst umfassende Impfung der eigenen Bevölkerung setzten. Und eventuell (wahrscheinlich?) auch Impfnachweise von Einreisenden verlangen. 

Infos über Einreisebeschränkungen, Reisewarnungen und Corona-Regeln

Eine gute Übersicht, die regelmäßig aktualisiert wird, bietet diese Seite vom ADAC, sowohl für Europa als auch weltweit: Übersicht Einreisebeschränkungen ADAC

Hilfreich, um up-to-date zu bleiben, sind auch die Übersichten wie diese von Kayak, hier ist zu sehen, in welchen Ländern aktuell die Einreise möglich ist, und die Übersicht der IATA, die die aktuellen Einreisebeschränkungen aufführt. Beide Übersichten beziehen sich allerdings nur auf Reisen per Flugzeug, die ADAC Seite umfasst dagegen die Einreiseregelungen allgemein.

Und weitere Informationen zu Reisebeschränkungen gibt es natürlich auch beim Auswärtigen Amt

 

Dann finde ich auch noch diese Übersicht gestoßen hilfreich: ein übersichtliche Weltkarte und unten dann die Regelungen pro Land in der Tabelle, angeblich täglich aktualisiert.

Praktisch auch die Übersicht bei Skyscanner. Dort gebt Ihr das Land ein, in dem Ihr gerade seid (also z.B. Deutschland) und bekommt eine Karte angezeigt, welche Länder grundsätzlich offen sind oder teilweise offen.

Aber: m.E. nicht immer 100% aktuell / korrekt und weitere Recherche ist notwendig! Also, nutzt die Karte, um Ideen zu sammeln und in weitere Recherchen einzusteigen.

Weiterplanen oder nicht?

Ob man jetzt mit seiner Reiseplanung einfach weitermacht oder nicht, kommt natürlich vor allem drauf an, wann genau man reisen möchte. Und wohin.

Eine Langzeitreise lässt sich in der Regel nicht so einfach verschieben wie ein Urlaub, zu hoch ist der organisatorische Aufwand, der dahinter steht. Und oft ist der Zeitpunkt schon lange im Voraus festgelegt oder man hat mit Sabbatical-Programmen jahrelang daraufhin gespart.

Im Moment ist es vor allem eine Frage des Timings, wie man jetzt mit der Planung weiter macht. Wann soll es losgehen, wie weit seid Ihr konkret mit der Planung schon?

Gewisse Dinge kann und sollte man jetzt natürlich unbedingt weiter planen oder sogar vorziehen. Z.B. macht es Sinn, Anträge auf Schulbefreiungen jetzt anzuschieben, denn möglicherweise können Rückmeldungen von Schulen oder Schulbehörden in den nächsten Monaten (noch) länger als normal dauern, da dort aktuell eine Menge andere Themen auf dem Tisch liegen. Also lieber ein bisschen längeren Vorlauf einplanen.

Auch mit anderen zeitgebundenen Terminen, ob nun der Kündigung von langfristigen Verträgen oder Abos oder Impfterminen, die längerfristig geplant werden müssen, kann und sollte man unbedingt weiter machen.

Falls Ihr schon mitten in den konkreten Reiseplanungen steckt, weil es nur noch ein paar Monate bis zum geplanten Start sind: mit festen Buchungen von (Langstrecken-)Flügen oder Unterkünften wäre ich im Moment seeehr vorsichtig, denn was in ein paar Monaten ist, kann keiner sagen. Falls Ihr also was bucht, achtet auf unkomplizierte und großzügige Storno-Bedingungen!

Aber wenn es wieder losgeht und Fernreisen wieder möglich sind, wird der Tourismus sicherlich ganz langsam wieder anrollen und man kann immer noch kurzfristig etwas buchen. 

Genauso würde ich aber aktuell auch nichts bereits Gebuchtes (und Bezahltes) stornieren, so lange noch nicht 100% klar ist, wie es weiter geht. Zum Einen bleibt man sonst eventuell auf den Stornierungskosten sitzen. Zum Anderen gilt immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht klappt es ja doch. 

Den Traum nicht voreilig aufzugeben, aber auch realistisch zu bleiben, ist aktuell die Devise. Im Moment fahren alle irgendwie "auf Sicht", aber eine Weltreise mit Familie braucht nun mal etwas mehr Vorlauf. Umso wichtiger ist es, sich aktuell rechtzeitig mit einem Plan B oder C zu beschäftigen, wenigstens gedanklich. In der Hoffnung, dass man ihn nicht braucht. 

Plan B: Änderung der Route

Wer in 2021 eine große Auszeit mit dem Wohnmobil durch Europa plant, ist wahrscheinlich auf der sicheren Seite (lassen wir eine dritte / vierte... Welle mal außen vor...). Wer aber in diesen Winter nach Australien oder Neuseeland wollte oder in Kürze einen Round-the-World-Trip quer über alle Kontinente starten möchte, sollte sich unbedingt mit einer Alternative beschäftigen (gerade Australien und auch Neuseeland werden wohl noch eine ganze Weile zu bleiben...):

Kommt eine Änderung / Einschränkung der Route in Frage? Vielleicht ein Europa-Trip statt der Tour durch die USA? Vielleicht hier ein Wohnmobil kaufen statt nach Australien zu fliegen?

Es ist eine gangbare Möglichkeit, sich die Planung der Route bis kurz vor Start offen zu halten und dann dorthin zu reisen, wo es halt geht. Aber in diesem Fall sollte man das vorher gut abwägen und diskutieren, ob man die Reise wirklich „um jeden Preis“ machen möchte. Wer schon ewig von Neuseeland träumt, unbedingt auf den Philippinen tauchen, in der Südsee segeln oder nach Macchu Picchu wandern möchte, für den ist vielleicht eine Änderung der Route nicht das Richtige.

Eine lange Auszeit vom Alltag ist ein großer Schritt, organisatorisch, psychisch und finanziell. Das hart Ersparte investieren, obwohl man seine großen Träume nicht verwirklichen kann, muss wohl überlegt sein. Schließlich soll während der Reise nicht die ganze Zeit der zuerst geplanten Reise hinterher getrauert werden.

Fragt Euch also: Was sind die Wünsche und Ziele, die Ihr Euch UNBEDINGT erfüllen möchtet? Und seid Ihr bereit, diese aufzugeben bzw. durch andere zu ersetzen, wenn es nicht geht?

Wenn nicht, muss Plan C her...



Plan C: Verschiebung

Am einfachsten ist es natürlich in der aktuellen Situation, wenn man zeitlich total flexibel ist und die Reise beliebig nach hinten schieben kann. Allerdings ist das bei den wenigsten Familien so einfach möglich, zu viel hängt organisatorisch dran.

Das Sabbatical beim Arbeitgeber ist längst eingereicht oder sogar schon der Job gekündigt? Die Reise soll unbedingt noch vor der Einschulung passieren oder in der Elternzeit? Oder es liegt schon eine Schulpflicht-Befreiung für einen bestimmten Zeitraum vor? 

Wenn Ihr in den nächsten Monaten los wollt, solltet Ihr eine zeitliche Verschiebung zumindest durchdenken und prüfen, falls Ihr außerhalb Europas reisen wollt. Zu unklar ist es, wann Reisen wieder möglich sein wird, vor allem mit welchen Einschränkungen.

Und fragen kostet ja in der Regel nichts. Beim Arbeitgeber kann man unverbindlich anfragen, ob und mit welchen Vorlaufzeiten eine Verschiebung machbar wäre. Wenn Ihr schon gekündigt habt und eine Verlängerung nicht geht, vielleicht ist kurzfristig ein anderer Job zu finden oder Ihr meldet Euch zeitweilig arbeitslos? Ebenso kann man mit der Schule bzw. Schulbehörde besprechen, ob eine Verlegung einer Schulbefreiung  grundsätzlich zeitlich möglich wäre. Oder, falls Ihr länger unterwegs sein wollt, vielleicht startet Ihr einfach erst später und verkürzt die Reise? Also Ihr startet z.B. 4 Monate später und reist nur 8 statt 12 Monate?

Aber schlussendlich bleibt es eine Abwägung: Unter welchen Voraussetzungen ist eine zeitliche Verschiebung möglich? Gibt es dann Probleme mit dem Job, mit der Elternzeit, mit der Schule? Nehmt Ihr lieber die Verschiebung in Kauf oder geht Ihr Kompromisse bei der Route oder der Art zu Reisen ein? Lieber Plan B oder Plan C? Oder, auch sehr wahrscheinlich, eine Mischung aus beidem. Keine leichte Entscheidung.

Plan D - die Reise komplett abzusagen - lassen wir hier mal unerwähnt. ;)


Die besten Bücher zum Träumen und Planen (vor allem das erste ist "meine Bibel"): *



Und Unsere Weltreise-Pläne?

Ja, auch wir stellen uns diese Fragen für unsere Weltreise 2.0. Eigentlich wollten wir jetzt gerade die Planungen für unsere 13-monatige Auszeit ab Sommer 2021 konkretisieren. Damit werden wir jetzt nochmal abwarten. 

 

Während daher unsere konkrete Routenplanung jetzt erstmal auf Eis liegt, beobachten wir die weitere Entwicklung und kümmern uns schon um notwendige organisatorische Vorbereitungen. Die Schulbefreiung und das Sabbatical sind genehmigt, die ersten Reiseimpfungen erfolgt, die Hausvermietung muss organisiert werden....

Und wenn in den nächsten Monaten alles klarer wird (oder es wird klarer, dass noch nichts klarer wird), dann müssen wir uns zur Not auch um Plan B Gedanken machen. Ein Plan C, also eine Verschiebung der Reise, kommt für uns nicht in Frage. Auch aktuell sehen wir genug Optionen für Plan B, das wird im Sommer sicherlich noch mehr sein.

 

Wir hoffen sehr, dass wir noch vor unserer Abreise die Möglichkeit auf eine Impfung haben. Und ich bin optimistisch, dass wir im Sommer 2021 einige Reise-Optionen haben werden. Gerne würden wir in Asien anfangen, ich denke, Thailand oder Bali (s.o.) sind zumindest nicht komplett unrealistisch. Alternativ könnten wir auch in Mittelamerika, Mexiko / Costa Rica starten (die ja auch jetzt schon bereisbar sind, trotz Reisewarnung), auch wenn wir da eigentlich eher Anfang 2022 hin möchten. Schwierig abzuschätzen finde ich die Chancen auf Australien (oder Neuseeland), das wird sicher sehr von der schnellen Impfstoffverteilung abhängen.

Corona als Chance

Corona ist kacke, ohne Wenn und Aber. Aber in jeder Krise liegt ja bekanntlich eine Chance. Und so sehr uns die Situation auch in Bezug auf unsere Weltreiseplanung nervt, sehen wir doch auch einen positiven Aspekt, die die ganze Situation für unsere Reise haben könnte.

Selbst mit Impfstoff und Schnelltests wird der weltweite Massentourismus erst sehr langsam wieder anrollen. Kaum Massentourismus = keine Touristenmassen!

Wir haben im Sommer 2020 eine fantastische Wohnmobiltour von der Cote d'Azur bis nach Barcelona und Valencia gemacht und haben es total genossen, solche touristischen Hot Spots mitten in den Sommerferien so leer zu erleben. Auch wenn es vor allem in Barcelona und Valencia schon wirklich bitter war zu sehen, wie die Existenzen der Einheimischen auf der Kippe stehen, haben uns die leeren Altstädte dort sehr berührt. Was für eine einmalige Chance!

Daher erlauben wir uns, uns für unsere Weltreise auch auf die positiven Aspekte dieser Situation zu freuen. Z.B. habe ich so viel über den brutalen Overtourism auf Bali gelesen, gesehen und gehört, dass ich mir gar nicht sicher war, ob ich dort jemals hin möchte. Und nun möchte ich unbedingt hin! Den Zauber von Bali wie vor 10 oder 15 Jahren erleben ohne die ganz großen Pauschaltouristenmassen, was für eine Aussicht. Chichen Itza ohne Gedränge? Usw. Wir hoffen auf ein Zeitfenster, in dem das Reisen schon wieder unbeschwerter möglich ist, die großen Touristenmassen aber noch ausbleiben. Wir werden das Fenster nutzen. 

Weltreise trotz CoronA? - WeltReise wegen Corona!

Nicht nur, dass wir trotz Corona weiter an unseren Plänen für unsere Weltreise festhalten. Sondern irgendwie auch gerade wegen Corona.

Denn die Pandemie führt dazu, dass wir (noch mehr) über unsere Lebensziele und Werte nachdenken und diese (noch mehr) hinterfragen:

  • Was ist uns wirklich wichtig im Leben? 
  • Wie soll unser Leben aussehen, welches Leben möchten wir führen?
Wir merken auch ganz stark, wovon wir gerade in Krisenzeiten zehren: Von unseren Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnissen. Collect moments, not things.

Auch typische Gewissheiten, an denen andere festhalten, wie: "Eine Weltreise machen wir, wenn die Kinder aus dem Haus sind und wir in Rente gehen" werden in der Pandemie mal ganz flugs vom Kopf auf die Füße gestellt (endlich, möchte man fast sagen...). So eine globale Pandemie zeigt ganz deutlich, dass man seine Träume nicht auf irgendwann aufschieben sollte, sondern seine Träume leben sollte, sobald es irgendwie geht. Denn sonst könnte es zu spät sein.

 

Daher, auch wenn jetzt gerade nicht die beste Zeit zum Reisen ist, ist doch genau jetzt die Zeit, sich auf seine großen Träume zu besinnen. Langzeitreisen, Weltreisen, Sabbaticals, Ausstieg aus dem Alltag, der Traum von einem anderen Leben: die Planung beginnt jetzt.

Wie geht es den Familien, die in Kürze starten woll(t)en? Und denen, die abbrechen mussten oder noch unterwegs sind? Mehr dazu hier in unserer Interviewreihe. :)

Falls Ihr von einer Weltreise oder Langzeitreise als Familie träumt und Unterstützung bei der Umsetzung braucht, berate ich Euch sehr gerne: Weltreise-Beratung oder kommt in meine Facebook Gruppe "Weltreise mit Kindern"


Für Deine Weltreise-Planung: Holt Dir gleich unser E-Book "Hängematte statt Hamsterrad: DEIN WELTREISE-PLANER"

mit vielen Tipps zur Reiseplanung, Checklisten, Organisationshilfen und vielem mehr.

Damit machst Du Deinen Traum einer Weltreise wahr!


Mehr zum Thema Weltreise findet Ihr hier: 

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Kommentare: 4
  • #1

    zwei-uf-vier (Montag, 31 August 2020 16:09)

    Eine tolle Seite! Gerade sitzen wir auf der Fähre von Dover nach Calais und setzen unsere Reise trotz Corona fort. Immer mal wieder plagen uns Zweifel, ob es ok ist, dass wir unsere Reise trotzdem angetreten sind. Ursprünglich wollten wir die Panamerica machen. Mittlerweile sind wir seit Anfang Juli auf Europa Tour und waren bisher in Frankreich, England und Schottland. Es ist toll und wir geniessen die Zeit. Die Hoffnung für eine Überfahrt nach Amerika haben wir noch nicht ganz aufgegeben :-)

  • #2

    Dagmar vom flipflopblog (Mittwoch, 02 September 2020 09:25)

    @zwei-uf-vier: Ich finde, Ihr macht das genau richtig! Man kann ja auch in Zeiten von Corona verantwortungsvoll reisen, gerade, wenn man im eigenen Fahrzeug vergleichsweise "autark" unterwegs ist. Ich wünsche Euch noch viele tolle Eindrücke und drücke Euch die Daumen, dass Amerika noch klappt!

  • #3

    Johannes (Montag, 19 Oktober 2020 21:57)

    Gerade jetzt reisen ist spannend in sinnvoll zum Beispiel nach Kirgistan oder Usbekistan. Beide Länder sind ohne Visum jetzt bereisbar und offen. Flüge gibt es auch über Istanbul. Ich bin gerade 3 Wochen in Kirgistan unterwegs gewesen und jetzt in Usbekistan. Grüsse aus Samarkand.

  • #4

    Angie (Dienstag, 19 Januar 2021 15:09)

    Hallo!
    Sehr toller Beitrag.
    Uns geht es gerade genauso, Sabbatical ist schon lange beantragt und wir wollten im Juli 2021 unsere Weltreise starten. In 2 Wochen haben wir unsere ersten Impftermine und wir hoffen das beste.
    Liebe Grüße, Angie