· 

Weltreise-Planung in der Corona-Krise

Das Corona Virus hat unseren Alltag im Griff. Reisepläne sind über den Haufen geworfen, Planungen aufgeschoben.

Aber was wird nun aus der Weltreise oder dem Sabbatical, von dem man so lange geträumt hat?

Jahrelang gespart, geplant und vorbereitet, nun sollte der große Traum bald wahr werden.... Bis Corona kam. 

Aber zeigt uns dieses Virus nicht auch, wie wichtig es ist, seine Träume jetzt zu verwirklichen und nicht in die ferne Zukunft zu verschieben?

Aber wie kann man in Zeiten von Corona überhaupt eine Weltreise planen?  (letzte Aktualisierung: 01.08.2020)

Und "darf" man denn jetzt überhaupt ans Reisen denken? Meine Meinung: Ja, unbedingt!

Beim Reisen geht es nicht um gesundheitliche Dramen, wirtschaftliche Existenzen, Leben und Tod. Sondern um Luxus. Ganz klar.

Aber bei Weltreisen und Langzeitreisen geht es auch um die ganz großen Lebensträume. Und große Träume zu träumen, ist in Pandemie-Zeiten nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert. Denn was gibt einem mehr Optimismus für die Zukunft, als seine Lebensträume zu verwirklichen?

Sicher ist: Aktuell ist nicht die Zeit für ganz große Weltreisen. Der Flugverkehr ist immer noch so gut wie eingestellt, die Grenzen fast weltweit zu. Die Medien berichteten im Frühjahr von (teils dramatischen) Rückholaktionen von Reisenden aus aller Welt. Überall zerplatzen die Träume von Weltreisenden, die festsitzen, ihre Reisen abbrechen müssen oder aktuell gar nicht erst antreten können. 

Und die Corona Krise hat auch den Alltag fest im Griff. Zwischen Homeschooling, Homeoffice und Home-Kindergarden, gepaart mit gesundheitlichen und / oder finanziellen Sorgen sind für viele Familien große Reisepläne in den vergangenen Monaten erstmal in den Hintergrund gerückt.

Aber je länger diese Situation dauert, desto mehr merken wir, bei uns und bei anderen, dass man wieder anfängt zu träumen und auch zu planen.

Am Anfang der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen haben sicher die meisten, die aktuell eine große Reise planen, erstmal abgewartet. Aber nun rückt der lange geplante Reisezeitpunkt immer näher. Und jetzt?

 

Geplante Weltreisen oder Sabbaticals, längere Auszeiten vor der Einschulung, die lange Elternzeitreise – was wird jetzt damit?

Wo kann man denn noch hinreisen?

Puh. Eine Glaskugel haben wir leider nicht. Wie keiner, der gerade Reiseplanungen macht.

Es sieht so aus, als ob dieses Jahr Fernreisen nur sehr eingeschränkt machbar sein werden. Eher gar nicht. Europa ist jetzt im Sommer 2020 für Touristen wieder offen (wenn sich das auch ganz schnell wieder ändern kann, die Zahlen steigen bereits wieder). Alles außerhalb Europas wird zumindest schwierig werden. Für alle, die noch 2020 auf ganz große Reise gehen wollen, drücke ich ganz, ganz fest die Daumen, aber ich kann es mir aktuell nicht vorstellen. Ich lasse mich aber sehr gerne positiv überraschen, vielleicht gibt es ja auch ein medizinisches Wunder durch ein Behandlungsmittel.

 

Und im nächsten Jahr? Es wabern Gerüchte durch Blogs, Facebook Gruppen und die Medien. Es gibt einzelne Aussagen, es gibt 1001 Meinungen. Das Virus wird noch lange grassieren, die weltweiten Zahlen erreichen jeden Tag neue Höchststände. Kommt die zweite Welle oder stecken wir schon drin? Wo und wann werden Grenzen wieder geöffnet? Und unter welchen Voraussetzungen?

Es ist zu befürchten, dass einige Systeme unter dem Virus zusammenbrechen werden. Nicht nur Gesundheitssysteme, sondern auch Wirtschaftssysteme. Dann wäre Reisen in diesen Ländern sicher für längere Zeit nicht denkbar, zumindest nicht so wie zuvor. Langfristige Reiseplanungen sind kaum möglich. Interessant und gut recherchiert fand ich z.B. die Einschätzung & Zusammenfassung von flocutus. Interessant, aber nicht besonders Mut machend. Wenn Ihr auf der Suche nach Aufmunterung seid, schaut lieber nicht rein. ;) 

 

Gleichzeitig werden bei Reise-Portalen super Angebote für Fernreise-Flüge im nächsten Winter beworben. Philippinen, USA, Neuseeland, Australien… Glauben die wirklich, dass man schon Ende 2020 dort wieder hinreisen kann? Dazu dann noch die Frage, welche Airlines überhaupt die Krise überleben werden, wenn sich das Ganze noch monatelang hinzieht. Zu gerne würde ich mich von dem Optimismus anstecken lassen. Ich schwanke beständig, was ich glauben soll und was ich glauben möchte.

 

Wahrscheinlich ist aber, dass eine Reisefreiheit, die ansatzweise so ist wie zuvor, dauern wird, bis ein Impfstoff gefunden ist und auch ein relevanter Teil der Menschen geimpft ist. Oder zumindest ein wirksames Behandlungsmedikament gefunden wird. 

Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus machen nur bedingt Hoffnung....
Die Szenarien in der Studie des Kompetenzzentrum Tourismus machen nur bedingt Hoffnung....

Weiterplanen oder nicht?

Ob man jetzt mit seiner Reiseplanung einfach weitermacht oder nicht, kommt natürlich vor allem drauf an, wann genau man reisen möchte. Und wohin.

Eine Langzeitreise lässt sich in der Regel nicht so einfach verschieben wie ein Urlaub, zu hoch ist der organisatorische Aufwand, der dahinter steht. Und oft ist der Zeitpunkt schon lange im Voraus festgelegt oder man hat mit Sabbatical-Programmen jahrelang daraufhin gespart.

Im Moment ist es vor allem eine Frage des Timings, wie man jetzt mit der Planung weiter macht. Wann soll es losgehen, wie weit seid Ihr konkret mit der Planung schon?

Gewisse Dinge kann und sollte man jetzt natürlich unbedingt weiter planen oder sogar vorziehen. Z.B. macht es Sinn, Anträge auf Schulbefreiungen (z.B. für 2021) jetzt anzuschieben, denn möglicherweise können Rückmeldungen von Schulen oder Schulbehörden in den nächsten Monaten (noch) länger als normal dauern, da dort aktuell eine Menge andere Themen auf dem Tisch liegen. Also lieber ein bisschen längeren Vorlauf einplanen.

Auch mit anderen zeitgebundenen Terminen, ob nun der Kündigung von langfristigen Verträgen oder Abos oder Impfterminen, die längerfristig geplant werden müssen, kann und sollte man unbedingt weiter machen.

Falls Ihr schon mitten in den konkreten Reiseplanungen steckt, weil es nur noch ein paar Monate bis zum geplanten Start ist: Ganz ehrlich, mit festen Buchungen von (Langstrecken-)Flügen oder Unterkünften wäre ich im Moment seeehr vorsichtig, denn was in ein paar Monaten ist, kann keiner sagen.

Aber wenn es wieder losgeht und Fernreisen wieder möglich sind, wird der Tourismus sicherlich ganz langsam wieder anrollen und man kann immer noch kurzfristig was buchen. 

Genauso würde ich aber aktuell auch nichts bereits Gebuchtes (und Bezahltes) stornieren, so lange noch nicht 100% klar ist, wie es weiter geht. Zum Einen bleibt man sonst eventuell auf den Stornierungskosten sitzen. Zum Anderen gilt auch, die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht klappt es ja doch. 

Den Traum nicht voreilig aufzugeben, aber auch realistisch zu bleiben, ist aktuell die Devise. Im Moment fahren ja alle irgendwie "auf Sicht", aber eine Weltreise mit Familie braucht nun mal etwas mehr Vorlauf. Umso wichtiger ist es, sich aktuell rechtzeitig mit einem Plan B oder C zu beschäftigen, wenigstens gedanklich. In der Hoffnung, dass man ihn nicht braucht. 


Für Deine Weltreise-Planung: Holt Dir gleich unser E-Book "Hängematte statt Hamsterrad: Das Weltreise-Workbook"

mit vielen Tipps zur Reiseplanung, Checklisten, Organisationshilfen und vielem mehr.

Damit machst Du Deinen Traum einer Weltreise wahr!


Plan B: Änderung der Route

Wer in 2021 eine große Auszeit mit dem Wohnmobil durch Europa plant, ist sehr wahrscheinlich auf der sicheren Seite (lassen wir eine zweite Welle mal außen vor...). Wer aber noch 2020 nach Neuseeland will oder einen Round-the-World-Trip quer über alle Kontinente plant, sollte sich unbedingt mit einer möglichen Alternative beschäftigen (gerade Australien und auch Neuseeland werden wohl noch eine ganze Weile zu bleiben...):

Kommt eine Änderung / Einschränkung der Route in Frage? Vielleicht ein Europa-Trip statt der Tour durch die USA? Vielleicht hier ein Wohnmobil kaufen statt nach Australien zu fliegen?

Es ist auch eine gängige Möglichkeit, sich die Planung der Route bis kurz vor Start offen zu halten und dann dorthin zu reisen, wo es halt geht. Aber in diesem Fall sollte man das vorher gut abwägen und diskutieren, ob man die Reise wirklich „um jeden Preis“ machen möchte. Wer schon ewig von Neuseeland träumt, unbedingt auf den Philippinen tauchen, in der Südsee segeln oder nach Macchu Picchu wandern möchte, für den ist vielleicht eine Änderung der Route nicht das Richtige.

Eine lange Auszeit vom Alltag ist ein großer Schritt, organisatorisch, psychisch und finanziell. Das hart Ersparte investieren, obwohl man seine großen Träume nicht verwirklichen kann, muss wohl überlegt sein. Schließlich soll während der Reise nicht die ganze Zeit der zuerst geplanten Reise hinterher getrauert werden.

Fragt Euch also: Was sind die Wünsche und Ziele, die Ihr Euch UNBEDINGT erfüllen möchtet? Und seid Ihr bereit, diese aufzugeben bzw. durch andere zu ersetzen, wenn es nicht geht?

Wenn nicht, muss Plan C her...

Plan C: Verschiebung

Am einfachsten ist es natürlich in der aktuellen Situation, wenn man zeitlich total flexibel ist und die Reise beliebig nach hinten schieben kann. Allerdings ist das bei den wenigsten Familien so einfach möglich, zu viel hängt organisatorisch dran.

Das Sabbatical beim Arbeitgeber ist längst eingereicht oder sogar schon der Job gekündigt? Die Reise soll unbedingt noch vor der Einschulung passieren oder in der Elternzeit? Oder es liegt schon eine Schulpflicht-Befreiung für einen bestimmten Zeitraum vor? 

Wenn Ihr in den nächsten Monaten los wollt, solltet Ihr eine zeitliche Verschiebung zumindest in jedem Falle durchdenken und prüfen, falls Ihr außerhalb Europas reisen wollt. Zu unsicher ist die Lage, zu unklar ist es, wann Reisen wieder möglich sein wird und mit welchen evtl. Einschränkungen.

Und fragen kostet ja in der Regel nichts. Beim Arbeitgeber kann man unverbindlich anfragen, ob und mit welchen Vorlaufzeiten eine Verschiebung machbar wäre. Wenn Ihr schon gekündigt habt und eine Verlängerung nicht geht, vielleicht ist kurzfristig ein anderer Job zu finden oder Ihr meldet Euch zeitweilig arbeitslos? Ebenso kann man mit der Schule bzw. Schulbehörde besprechen, ob eine Verlegung einer Schulbefreiung  grundsätzlich zeitlich möglich wäre. Oder, falls Ihr länger unterwegs sein wollt, vielleicht startet Ihr einfach erst später und verkürzt die Reise? Also Ihr startet z.B. 4 Monate später und reist nur 8 statt 12 Monate?

Aber schlussendlich bleibt es eine Abwägung: Unter welchen Voraussetzungen ist eine zeitliche Verschiebung möglich? Gibt es dann Probleme mit dem Job, mit der Elternzeit, mit der Schule? Nehmt Ihr lieber die Verschiebung in Kauf oder geht Ihr Kompromisse bei der Route oder der Art zu Reisen ein? Lieber Plan B oder Plan C? Oder, auch sehr wahrscheinlich, eine Mischung aus beidem. Keine leichte Entscheidung.

Plan D - die Reise komplett abzusagen - lassen wir hier mal unerwähnt. ;)

Und Unsere Weltreise-Pläne?

Ja, auch wir stellen uns diese Fragen für unsere Weltreise 2.0. Eigentlich wollten wir jetzt langsam die Planungen für unsere 1-jährige Auszeit ab Sommer 2021 konkretisieren. Damit werden wir jetzt nochmal ein paar Monate abwarten, zum Glück haben wir ja noch reichlich Zeit. Wobei uns einige Szenarien auch für Sommer 2021 schwer schlucken lassen (s.o.) ....

 

Während daher unsere konkrete Routenplanung jetzt erstmal auf Eis liegt, beobachten wir die weitere Entwicklung und kümmern uns schon um notwendige organisatorische Vorbereitungen. Ob naiv oder nicht, meine Hoffnungen ruhen darauf, dass die Entwicklung eines Impfstoffes doch schneller geht als erwartet und dieser vielleicht schon zum Jahresende gefunden ist. So dass dann die ersten großflächigen Impfungen im ersten Halbjahr 2021 erfolgen können und das Reisen sich wieder normalisiert.

Und wenn in den nächsten Monaten alles klarer wird oder es wird klarer, dass noch nichts klarer wird, dann müssen wir uns zur Not auch um Plan B oder C Gedanken machen. In der Hoffnung, dass wir diese nicht brauchen. :)

Weltreise trotz CoronA? - WeltReise wegen Corona!

Nicht nur, dass wir trotz Corona weiter an unseren Plänen für unsere Weltreise festhalten. Sondern irgendwie auch gerade wegen Corona.

Denn die Pandemie führt dazu, dass wir (noch mehr) über unsere Lebensziele und Werte nachdenken und diese (noch mehr) hinterfragen:

  • Was ist uns wirklich wichtig im Leben? 
  • Wie soll unser Leben aussehen, welches Leben möchten wir führen?
Wir merken auch ganz stark, wovon wir gerade in Krisenzeiten zehren: Von unseren Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnissen. Collect moments, not things.

Auch typische Gewissheiten, an denen andere festhalten, wie: "Eine Weltreise machen wir, wenn die Kinder aus dem Haus sind und wir in Rente gehen" werden in der Pandemie mal ganz flugs vom Kopf auf die Füße gestellt (endlich, möchte man fast sagen...). So eine globale Pandemie zeigt ganz deutlich, dass man seine Träume nicht auf irgendwann aufschieben sollte, sondern seine Träume leben sollte, sobald es irgendwie geht. Denn sonst könnte es zu spät sein.

 

Daher, auch wenn jetzt gerade nicht die beste Zeit zum Reisen ist, ist doch genau jetzt die Zeit, sich auf seine großen Träume zu besinnen. Langzeitreisen, Weltreisen, Sabbaticals, Ausstieg aus dem Alltag, der Traum von einem anderen Leben: die Planung beginnt jetzt.

Wie geht es den Familien, die in Kürze starten woll(t)en? Und denen, die abbrechen mussten oder noch unterwegs sind? Mehr dazu hier in unserer Interviewreihe. :)

Falls Ihr von einer Weltreise oder Langzeitreise als Familie träumt und Unterstützung bei der Umsetzung braucht, berate ich Euch sehr gerne: Weltreise-Beratung oder kommt in meine Facebook Gruppe "Weltreise mit Kindern"


Mehr zum Thema Weltreise findet Ihr hier: 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0